Full text : Anfangsgründe der Volkswirtschaftslehre

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Anfangsgründe  der  Volkswirtschaftslehre.

Neureicher  ein  Schloß  kauft,  geschieht  es,  weil  er  glaubt,  es
wird  ihn  glücklich  machen.  Es  ist  möglich,  daß  sie  sich  beide
irren;  aber  was  tut  das?  Immerhin  wenn  es  sich  um  die
Reichtümer  in  natura  handelt,  ist  diese  Glaubenshandlung
hinter  den  wirklichen  und  natürlichen  Eigenschaften  dieser
Güter  verborgen,  hinter  der  Schönheit  der  Perlen,  der  Annehmlichkeit ­
  und  Behaglichkeit  des  Schlosses,  während  hingegen ­
  bei  Gold-  oder  Silbergeld  oder  bei  einer  schmutzigen
Banknote,  jeder  Irrtum  ausgeschlossen  ist:  im  Stoffe  selbst,
der  als  Unterlage  ihres  Wertes  dient,  ist  gar  kein  oder  ein  nur
sehr  geringer  wirklicher  Nutzen.  Ihr  Wert  hat  keine  andere
Grundlage  als  der  ihnen  von  all  und  jedem  zugeschriebene
Kredit.
Das  läuft  darauf  hinaus,  daß  letzten  Endes  der  Wert
des  Geldes,  wie  der  Soziologe  Gabriel  Tarde  es  ausdrückte,
auf  dem  Glauben  beruht.  Es  ist  eine  einfache  Handlung
gegenseitigen  Glaubens,  bei  der  jeder  an  den  Wert  einer  Sache
glaubt,  weil  der  andere  daran  glaubt;  und  diese  Vertrauenshandlungen ­
  stützen  sich  gegenseitig  wie  die  Pfeiler  einer  Kathedrale. ­
  Aber  wenn  die  Pfeiler  nachgeben,  stürzt  alles  zusammen. ­
  Das  sehen  wir  in  diesem  Augenblick  in  einem
großen  Teil  von  Europa.
            
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