Full text : Die Textilindustrie sämtlicher Staaten

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Textilindustrie  Deutschlands.

zutreffend  äußert  sich  der  Sachverständige  F.  R.  Mason  in  einem  Bericht  „The
american  Silkindustrie  and  the  tarif“  *)  wie  folgt:
„Arbeitsparende  Maschinen  kommen  bei  der  Seidenraupenzucht  nicht
in  Betracht,  es  gibt  daher  hier  nichts,  was  die  niedrigen  Löhne,  die  in
der  Industrie  in  Europa  und  Asien  gezahlt  werden,  ausgieicht.  Selbst
wenn  aber  Kokons  in  den  Vereinigten  Staaten  gezüchtet  werden  könnten,
so  könnte  sich  schwerlich  eine  lohnende  Seidenspinnerei  dort  aufbauen
lassen.  Denn  alle  vorhandenen  Maschinenverbesserungen  sind  in  den
anderen  Ländern  ebenfalls  in  Anwendung,  neue  werden  dort  sofort  eingeführt ­
  und  verbilligen  noch  weiter  das  von  dort  beziehbare  Rohmaterial.
Immerhin  ist  mit  Hilfe  weiterer  Erfindungen  vielleicht  eine  Besserung
zugunsten  einer  amerikanischen  Konkurrenz  theoretisch  möglich.  Aber
einheimische  Spinnereien  ohne  einheimisches  Rohmaterial  (Kokons)  sind
undenkbar.  Eine  einheimische  Seidenraupenzucht  kann  sich  aber  so
lange  nicht  entwickeln,  als  nicht  entweder  die  Rohstoffpreise  eine  schwindelnde ­
  Höhe  erreichen  oder  aber  die  Arbeitslöhne  in  der  Union  auf  den
Stand  der  Löhne  gesunken  sind,  die  in  den  jetzt  die  Rohseide  produzierenden ­
  Ländern  an  die  niedrigsten  Arbeiter  gezahlt  werden.“
Viel  aussichtsvoller  erscheint  es,  die  Rohseideneinfuhr  durch  eine  stärkere
Verwendung  der  im  Lande  hergestellten  Kunstseide  zu  bekämpfen.  Während
die  Welterzeugung  an  Rohseide  im  Jahre  1912/13  33788t  betrug,  stellte  die
Kunstseidenindustrie  im  Jahre  1913  16515  t  Kunstseide  her,  und  zwar  in  Deutschland ­
  allein  3810  t.  Die  Fortschritte  der  Kunstseidenindustrie  sind  auch  in  qualitativer ­
  Richtung  so  wesentlich,  daß  mit  der  Wahrscheinlichkeit  gerechnet  werden
kann,  daß  ein  großer  Teil  der  natürlichen  Seide  in  viel  stärkerem  Maße  als
bisher  durch  Kunstseide  zu  ersetzen  sein  wird.
Für  Rohjute  wurden  im  Jahre  1913  90  Mill.  Mark  verausgabt.  Der  Ersatz
von  Rohjute  durch  Papiergarn,  Textilose,  hat  während  des  Krieges  große  Fortschritte ­
  gemacht.  Es  handelt  sich  hier  durchaus  nicht  allein  um  ein  Ersatzprodukt ­
  des  sogenannten  Notstandes,  sondern  erscheint  vielmehr  fraglos,  daß  die
Papiergarne  auch  nach  Eintritt  normaler  Verhältnisse  der  Jute  einen  großen  Teil
ihres  Verwendungsgebietes  streitig  machen  werden.

Halbfabrikate.
Die  Ein-  und  Ausfuhr  an  Halbfabrikaten  im  Jahre  1913  beträgt:

Einfuhr

Ausfuhr

in  Deutschland

389  Mill.  Mark

205,3  Mill.  Mark

„  Großbritannien

123,6  „

1156,2  „

„  Frankreich

51,5  „

317,9  „

b  Berichte  über  Handel  und  Industrie  1912,  S.  152.
            
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