Full text : Gesamtstaat, Dualismus und Pragmatische Sanktion

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Fideikommisse  Spaniens  die  Geschichte  der  Donaciones  enriquenas
  im  weiteren  Sinn  des  Wortes  und  die  Leyes  de  Toro
in  Betracht  zu  ziehen  sind.  Molina  1  definiert  den  Maioratus
  seu  primogenium  :  «  Est  affectum  vinculo,  ut  in  eo,
inalienabili  ac  indiviso,  eo  ordine  ipso  iure  succedatur,  quo
ab  illius  institutore  fuerit  statutum.  Quando  autem  audis,
affectum,  et,  ut  in  eo,  intellige,  vel  affecta,  ut  in  eis  :  sumitur
enim  singulare  indifferenter  pro  plurali  :  ut  plurimumque
multae  res  vinculo  unius,  eiusdemque  primogenii  uniri  consueverunt.
  »  Als  vornehmstes  Majorat  erscheint  das  regnum
Hispaniorum  selbst,  zugleich  in  allem  als  Vorbild  für  die
übrigen  Majorate  :  ab  eo  tamquam  a  capite  derivantur.  Als
wesentlich  betrachtet  Molina  die  Ungeteiltheit,  Unteilbarkeit ­
  und  Unveräußerlichkeit.  Bloß  Mittel  zum  Zweck
seien  die  Vererbungsregeln  wie  Primogenitur,  Einschluß  oder
Ausschließung  der  weiblichen  Deszendenz.  Nach  dem  Belieben ­
  des  Stifters.  «  Hinc  constat,  ad  intelligendum  ac  iudicandum,
  quis  succedat  in  maioratu  aliquo,  ante  omnia
inspiciendam  consulendamque  esse  institutionem  ipsam,
atque  ex  ipsa  si  quid  in  ea  dispositum  aperte  comperiatur,
id  praecipue  esse  iudicandum.  »  2
Kaiser  Ferdinand  II.  hatte  den  Fideikommißgedanken
unmittelbar  von  seinem  Vater,  dem  Erzherzog  Karl  von
Innerösterreich,  dem  Stifter  der  steirischen  Linie,  übernommen, ­
  auf  dessen  letzten  Willen  er  sich  in  seinem  Testament ­
  und  in  seinem  ersten  Kodizill  [vom  io.  Mai  1621]
ausdrücklich  beruft.  Im  Testament  des  Erzherzogs,  vom
1.  Juni  1584,  sind  an  der  einschlägigen  Stelle  «  Worte  und
sensus»,  wie  er  selbst  in  einem  Kodizill  sagt,  zwar  noch
«etwas  zweiflig»,  aber  schon  in  diesem  Kodizill,  dessen
Datum  man  bisher  nicht  feststellen  konnte,  3  heißt  es  klar,
er  schaffe  und  ordne  kraft  dieses  Kodizills  von
1  Disput.  577,  num.  9.
2  Molina,  disput.  629,  num.  1.
3  «Als  wir  unlängst  vom  1.  Juny  des  84.  Jars  ain  tesstament
  .  .  .  »,  so  im  Kodizill,  abgedruckt  bei  Friedrich  Hurter,
Geschichte  Kaiser  Ferdinands  II.  und  seiner  Eltern  bis  zu  dessen
Krönung  in  Frankfurt,  Schaffhausen  1850  ff.,  Bd.  II,  S.  534  f.
            
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