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folgenden Jahre abgegeben haben. Es ist möglich imb wahr
scheinlich, daß die Marktlage dieselbe das eine und das andere
Mal in einem für die Produzenten günstigen Verhältnisse
durchbrochen hätte, ebenso wahrscheinlich ist aber umgekehrt,
daß eine ungünstige Marktlage, wie sie seit 1884 wiederholt
und alls Dauer eingetreten ist, jene Lohnbasis noch mehr
reduzirt hätte. Wer den Gang des Geschäftes in den letzten
sechs Jahren ins Auge faßt, wird zum Schlüsse kommen, daß
das Existenzminimnm des Produzenten, gleichviel ob Sticker
oder Fabrikant, heute ohne Verband ein wesentlich tieferes
sein würde, wobei die Hansindustrie mit einer schrankenlosen
Produktion und mit der Einspannung sämmtlicher Kräfte,
ohne Unterschied in Bezug ans Alter und Geschlecht, versucht
hätte, den Lohnansfall durch Mehrarbeit zu decken, dergestalt
den Mißverhältnissen einen perennirenden Charakter gebend.
Die Folgen eines Zusammenbruches des Verbandes wür
den nicht nur die Rückkehr zu den alten, unhaltbaren Zu
ständen bedeuten, uüe sie vor der Verbandsgrlindung vor
handen waren, sondern jene Zustände machten sich in ver
schärfter Weise geltend. Es gibt Dinge, deren Beseitigung nicht
blos den alten Zustand im Gefolge hat, der vor ihrem Vor
handensein da war. Wo z. B. erst einmal Zivilisation und
Kultur sich das Feld erobert haben, würde deren Abschaffung zu
schlimmern Zuständen führen, als damals vorhanden waren,
da diese zwei „guten Geister" den ersten Einzug hielten. Die
Abschaffung einer festgegliederten staatlichen Organisation hätte
wiederum schlimmere Verhältnisse im Gefolge, als sie bei Ein
führung dieser Organisation bestanden. Das Gleiche läßt sich
vom Hinfalle einer festgegliederte» Organisation der Arbeit
sagen. Das Bewußtsein, daß alle jene moralischen Faktoren
in der Produktion nun wieder außer Kurs wären, welche der
Verband aufgestellt hatte und die gleichsam dessen geistiger
Odem waren, müßte eine wilde Jagd aller unsittlichen lind
ordnnngslosen Instinkte in der Produktion entfesseln. Eine