Der moderne Imperialismus.
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nicht einheitlich. Er ging einmal von der Anziehungskraft aus, die
schon die bloße Vorstellung von Ländererwerb auf die große Masse
ausüben müsse. «Der Gedanke, daß neue Gebiete unserem Machtbereich
unterworfen werden, hat eine gewisse berauschende Kraft.»
Er erkannte überdies, daß ohne neue Landerwerbungen eine Art
Stillstand in der wirtschaftlichen Entwicklung der Vereinigten
Staaten eintreten müsse. Die großen Chancen der Erschließung,
die das Schicksal ihren Bewohnern in den Schoß geworfen hätte,
seien der Erschöpfung nahe. Das Gebiet der Union sei beinahe besiedelt.
Ihre Bewohner müßten daran denken, die Blicke nach außen zu
richten, um in dem Wettrennen um neue Absatzmöglichkeiten mit
den europäischen Völkern zu konkurrieren. Man müsse sich Einfluß
über neue Gebiete sichern, damit man deren Märkte zu beherrschen
vermöge. Es ist das die Politik, die in den letzten Jahren
zwar auf direkte Gebietserweiterung verzichtet hat, aber unter der
Bezeichnung «Dollardiplomatie» darauf ausging, mittel- oder südamerikanische
Republiken in finanzielle Abhängigkeit von amerikanischen
Geldgebern zu bringen, um so eine tatsächliche, wenn auch
nicht rechtliche Bevorzugung der amerikanischen Einfuhr zu bewirken.
Diese Absicht ist in den Philippinen zum Teil verwirklicht
worden. Die wirtschaftliche Erschließung, die dort ursprünglich
zum besten der Philippinos und der ganzen Welt vorgenommen
werden sollte, ist allmählich mehr und mehr zugunsten der Amerikaner
geleitet worden. So hat z. B. das Tarifgesetz vom Jahre 1909
einer Anzahl Produkte der Philippinen, vor allem dem Zucker, im
Interesse des amerikanischen Konsumenten und im Interesse des in
den Philippinen angelegten, amerikanischen Kapitals Vorzugsbehandlung,
beziehentlich Zollfreiheit in den Vereinigten Staaten gesichert,
während es gleichzeitig der amerikanischen Ausfuhr nach
den Philippinen ähnliche Vergünstigungen zuteil werden ließ.
Ein derartiges Bestreben nach Schaffung eines wirtschaftlichen
Monopols kann nun allerdings kaum Anspruch auf den hochtönenden
Namen «Imperialismus» erheben. Wäre das der Fall, so gäbe es
kaum eine wirtschaftliche Ausbreitungsbewegung, die nicht als
«imperialistische» zu bezeichnen wären. Die Forderung nach Fortdauer
der amerikanischen Herrschaft in den Philippinen hatte ihre
innere Kraft in ganz anderen Erwägungen, obwohl sie dabei mit
Interessentengruppen eng verbunden blieb. Die Amerikaner wollten