Full text : Grundfragen der englischen Volkswirtschaft

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Dr.  Edgar  Jaffe.

serven  selbst  Wertpapiere  kaufen.  Die  zweite  Art  der  Verbindung
besteht  darin,  daß  die  Banken  es  den  Brokers  ermöglichen,  Spekulationsaufträge ­
  von  deren  Kunden  zu  prolongieren,  indem  die
Brokers  gegen  eine  Vergütung  die  Wertpapiere  aus  eigenen  Mitteln
bezahlen  und,  um  dies  tun  zu  können,  Darlehen  von  den  Banken
gegen  Verpfändung  eben  dieser  Papiere  aufnehmen  (Reportgeschäfte). ­

Die  Ausführung  dieser  Operation  zwischen  dem  Broker  und  seinen
Kunden  erfolgt  meist  in  der  Form  des  «Contango»,  d.  h.  der  Kunde
verkauft  die  Papiere  dem  Broker  mit  dem  Recht,  dieselben  zu  einem
etwas  höheren  Preis  (für  Zins  und  Auslagen)  wieder  zurückzukaufen.
Zwischen  Bank  und  Broker  dagegen  vollzieht  sich  das  Geschäft  in
der  Weise,  daß  die  Bank  gegen  Verpfändung  der  Papiere  dem  Broker
das  Darlehen  gibt  (Borrowing  with  cover).  Selbstverständlich  ist
die  Contango-Rate  höher  als  die  vom  Broker  der  Bank  gezahlte
Zinsrate.
Beide  Arten  von  Transaktionen  sind  nur  dadurch  möglich,  daß
in  noch  viel  höherem  Grade  als  dies  bei  den  Wechselmaklern  der
Fall,  die  Mitglieder  der  Stock-Exchange  sich  auf  gewisse  Kategorien
von  Wertpapieren  beschränken.  Diese  streng  durchgeführte  Arbeitsteilung ­
  drückt  sich  auch  in  den  Namen  aus,  welche  den  verschiedenen
Teilen  der  Börse  nach  dem  Standorte,  den  die  betreffenden  Kategorien ­
  ihrer  Mitglieder  einnehmen,  tragen;  so  sprechen  die  Berichte
über  den  Verlauf  der  Fondsbörse  vom  «Kaffernzirkus»  (südafrikanische ­
  Minenwerte),  von  den  «Westraliern»,  auch  «Kangaroos»  (westaustralische ­
  Minen),  von  dem  «Jungle  market»  (westafrikanische
Goldminen)  und  anderen  mehr.
Infolge  dieser  Geschäfte  kann  man,  ähnlich  wie  die  Bill-Brokers,
auch  die  Stock-Brokers  als  Bankers  definieren;  dies  gilt  in  erster
Linie  von  den  sogenannten  «Money-Brokers»,  die  eine  Mittelstellung
zwischen  den  Banken  und  den  eigentlichen  Stock-Brokers  einnehmen.
Es  sind  wohlhabende  Firmen,  die  einen  besonders  guten  Kredit  genießen ­
  und  daher  bei  den  Banken  jederzeit  bedeutende  Summen  erhalten ­
  können,  die  sie  dann  an  die  kleinen  Jobbers  weiter  verleihen.
Durch  die  ihr  zur  Verfügung  stehenden  Gelder  der  Banken  ist
die  Börse  in  die  Lage  versetzt,  das  flottierende  Material  so  lange
aufzunehmen,  bis  das  Publikum  sich  zu  definitivem  Ankauf  entschließt. ­
  Seitdem  besonders  für  afrikanische  Minenwerte  an  die
            
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