Full text : Grundfragen der englischen Volkswirtschaft

Die  Organisation  des  britischen  Weltreichs.

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Jahren  1887—1896  noch  70 1 / 2 .°/o  der  australischen  Einfuhr  aus  dem
Mutterlande  gekommen.  Die  Forderung  solcher  Schutzzölle  hätte
durch  den  Fortbestand  des  alten  Zollvereins  nicht  gehindert  werden
können;  sie  hätte  voraussichtlich  zu  seiner  Sprengung  geführt.  Er
sah  wohl  eine  Arbeitsteilung  zwischen  Mutterland  und  Kolonien  vor,
er  wurde  aber  den  Bedürfnissen  der  Kolonien  nach  wirtschaftlicher
Umgestaltung  nicht  gerecht.  Überdies  wurde  seine  Politik  ausschließlich ­
  vom  Mutterlande  geleitet.
Diese  Entwicklung  der  Kolonien  mit  Selbstregierung  hat  weitgehende ­
  Verschiebungen  in  den  Beziehungen  zwischen  Mutterland
und  Tochterstaat  zur  Folge  gehabt.
Die  kolonialen  Reformer  der  dreißiger  und  vierziger  Jahre,  die  die
Grundlagen  des  Systems  der  «Selbstregierung»  schufen,  sahen  in  den
Kolonien  junge  Nationen,  die  innerhalb  ihrer  territorialen  Grenzen
das  Recht  der  Selbstbestimmung  haben  sollten.  Dieses  Selbstbestimmungsrecht ­
  läßt  sich  indes  nicht  durch  solche  Grenzen  einschränken; ­
  es  greift  darüber  hinaus  und  beeinflußt  wesentlich  die
Selbstbestimmung  des  Mutterlandes  in  seinen  interkolonialen  sowohl ­
  wie  in  seinen  internationalen  Beziehungen.  Eine  selbständige
koloniale  Handelspolitik  bedeutet  z.  B.  zweifelsohne  eine  Beeinträchtigung ­
  der  mutterländischen  Handelspolitik  sowohl  gegenüber
den  Kolonien  als  auch  gegenüber  anderen  Ländern.  Als  Kanada
1897/8  dem  Mutterland  Vorzugsbehandlung  gewähren  wollte,  hat
man  z.  B.  von  deutscher  Seite  mit  Vergeltungsmaßregeln  nicht  nur
gegen  Kanada,  sondern  auch  gegen  England  selbst  gedroht.  Das
Mutterland  mußte  überdies,  um  den  kanadischen  Bestrebungen  die
Bahn  freizumachen,  den  deutsch-englischen  Handelsvertrag  von  1865
kündigen.  In  anderer,  aber  nicht  weniger  empfindlicher  Weise  ist
es  durch  die  antiasiatische  Einwanderungspolitik  Australiens,  Kanadas ­
  und  Südafrikas  in  seinen  Beziehungen  zu  Indien  sowohl  als
auch  zu  Japan  und  China  getroffen  worden.
Diese  Verschiebung  ist  um  so  fühlbarer  geworden,  als  die  Kolonien ­
  heute  nicht  mehr  kleine  isolierte  Gemeinwesen  darstellen,  die
aufeinander  eifersüchtig  sind,  sondern  ganze  und  halbe  Kontinente
umfassen,  deren  riesenhafte  Räume  und  reiche  Hilfskräfte  eine  glänzende ­
  Zukunft  versprechen,  und  deren  heute  noch  schwache  Bevölkerung ­
  ein  ausgeprägtes  Nationalgefühl  zur  Schau  trägt.  Schon
1867  wurde  die  Herrschaft  Kanada  durch  eine  Verbindung  der  fünf
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