Full text : Berliner Banken

Die  Hautefinance.
schauer  L  Lo.,  zur  Hautefinance  eine  Reihe  in  der  Öffentlichkeit ­
  so  gut  wie  gar  nicht  bekannter  Firmen,  wie  z.  B.
Gebrüder  Veit  &  Lo.,  91.  Heisst  &  Lo.,  Gebr.  Arons,  Gebr.
Meyer,  E.  I-  Meyer,  Meyer  &  Lo.,  deren  Inhaber  mit
den  anderen  Mitgliedern  der  Hautefinance  tellweise  verschwägert ­
  sind.
Interessant  ist  die  Stellung  der  Bankdirektoren.  Sie
werden  scheinbar  durch  das  hinter  ihnen  stehende  Bankkapital
  oo  ip8o  befördert,  aber  wie  schon  oben  ausgeführt,
ist  es  mancher  Bank,  wie  z.  B.  der  früheren  Internationalen ­
  Bank,  der  Breslauer  Diskontobank,  der  Berliner
Bank  und  der  Deutschen  Genossenschaftsbank,  niemals  gelungen, ­
  ihre  Geschäftsinhaber  resp.  Direktoren  für  die  hohe
Finanzwelt  reif  zu  machen.
Wenn  man  von  den  Direktoren  der  Banken  absieht,
die  im  Gegensatze  zu  den  Lhess  der  alten  Berliner  Bankhäuser ­
  gewissermaßen  den  Börsenbriefadel  repräsentieren,
kann  man  sogar  die  Regel  aufstellen,  daß  seit  den  Gründerjahren
  keine  neue  Adelsprädikate  von  der  Börse  verteilt
worden  sind.  Die  alten  Firmen  hatten  sich  ihren  Adelsrang ­
  bereits  in  den  Kämpfen  um  die  Vorherrschaft  der
Berliner  Börse  erworben,  die  sich  vorher  abspielten.
Das  Ansehen,  dessen  sich  der  Bankierstand  erfreute,
die  großen  Gewinne,  die  das  Geschäft  abwarf,  hatten
im  Betriebe  der  Gründerzeit  eine  Menge  oft  nicht
sauberer  Elemente  aus  dem  Warenhandel  veranlaßt,  ihr
Dlück  an  der  Börse  zu  versuchen.  Manche  dieser  Leute
gingen  dabei  elend  zugrunde.  Manchem  aber  glückte  es,
und  seine  von  den  Kindern  oder  Enkeln  geleitete  Firma
spielt  heute  im  Berliner  Bankleben  eine  große  Rolle.
Allein  die  öffentliche  Meinung  hat  den  Ursprung  dieses
Reichtums  niemals  für  vollwertig  gehalten.  Sie  hat  jenen
Firmen  das  Patriziat  nicht  zugesprochen.
            
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