DAS HOTEL- UND GASTGEWERBE
der Einleitung wies ich auf den großen Vorsprung hin, den die
Reklame in Amerika hat. Deshalb hat, weil sie viel älter ist
und weil der Amerikaner ihr unbefangener und weniger vorein-
genommen als der Europäer gegenübersteht. Besonders mache
ich auf die originellen, ständig wechselnden Anzeigen des
„Ambassador“ in New York aufmerksam. Aus ihnen, wie auch
aus den Anzeigen von Childs, Brownes und Huylers kann der
europäische Gastwirt manchen guten Gedanken und manche
Anregung schöpfen.
Eine sehr wirkungsvolle Reklame für Restaurants ist die
Veröffentlichung der Speisenkarte. Namentlich dann, wenn
sie besondere Spezialitäten und diese preiswert bietet. Eine
originelle Idee, dieser Tagesspeisenkarte besonderen Reiz zu
verleihen, hatte ein kleines Restaurant in Chicago. Es kündigt
nicht, wie bei uns üblich, Bohnensuppe, Rippenstück mit Kraut
und Kartoffel, Rostbeef mit Kartoffelbrei, Pfirsichkuchen an,
sondern seine Speisenkarte sieht so aus:
MICHTGAN-MATROSEN-BOHNENSUPPE
nach guter alter Art aus jungen, handgepflückten, weißen Michigan
Bohnen in reicher Fleischbrühe, gewürzt mit den Knochen eines
geräucherten Landschinkens.
MUÜRBES
UND GANZ FRISCHES RIPPENFLEISCH
mit gereiftem, würzigem Sauerkraut, feinen Kartoffeln und frischem,
Bekömmlichem Brot.
VORZUGLICHES ROSTBEEF
„on amerikanischen Mastochsen, mit seidenweichern Kartoffelbrei,
Bekömmlichem Brot und vollletter Naturbutter.
SAFTIGER, DELIZTOSER
GEORGIA-PFIRSICHKUÜCHEN
(die feinste Delikatesse, die je aus dem Backofen kam) mit einer
Menge frischer Schlagsahne.
Wenn das in ähnlicher Weise auch in der Zeitungsanzeige
angekündigt wird, so wirkt es origineller als die sonst übliche