Full text: Kritischer Beitrag zur Theorie des internationalen Handels

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dies deshalb, weil die Verwandtschaft der Theorie der internationalen 
Werte mit dieser neuesten ‚„„wertunbetonten‘“ Theorie infolge der 
Einfachheit der Argumentation der letzteren noch augenfälliger 
ist, obgleich unser Interdependenz-Problem hier nur in dem Hin- 
weis darauf gestreift wird, daß die ‚„wertunbetonte‘“ Theorie der 
Voraussetzung freier Konkurrenz nicht bedürfe*). 
$ 5. Bemerkungen zur „wertunbetonten‘“ Theorie. 
Es genügt, wenn wir uns wiederum nur die prinzipiellen Unter- 
schiede zwischen „wertbetonter‘“ (Nutzentheorie) und „wert- 
unbetonter‘“ (etwa das Funktionssystem Cassels) Theorie ins 
Gedächtnis rufen. Die sachlichen Abweichungen sind minimal, 
wie überhaupt zwischen den Systemen der reinen Theorie die 
Differenzen vorwiegend auf logischem Gebiet liegen. 
Schon unsere bisherigen Untersuchungen zeigen das. Sie 
dienen vor allem erst mal einer gewissen ästhetischen Forderung 
der Logik, befriedigen das Bedürfnis nach gedanklicher Einheit. 
Diesem Bedürfnis war die Nutzentheorie in größerem Umfange 
gerecht geworden als das dualistische System der Klassiker. Zahl- 
reiche der Erfahrung angenäherte Erscheinungen des Wirtschafts- 
lebens konnten in das Ordnungssystem der vom Nutzenprinzip 
beherrschten Theorie einbezogen werden. Die Struktur des Er- 
kenntnisobjektes erfuhr dadurch eine gewisse Umschichtung, während 
die Resultate im einzelnen fast unverändert blieben. Denn die 
Nutzentheorie hat an den Ergebnissen der Millschen 
Theorie der internationalen Werte wenig auszusetzen 
gehabt. Nur eine für die Resultate fast wirkungslos gebliebene 
Wendung einer speziellen Problemstellung ins allgemeine kenn- 
zeichnet den Fortschritt der Theorie. Die von uns beobachteten 
Modifikationen hielten sich in den Grenzen der durch das neue 
Prinzip konstituierten logischen Einheit, — offenbar eine Bestäti- 
gung für die universale Geltung des angewandten Nutzenprinzips. 
Betrachten wir jedoch nunniher die Leistung der von uns 
sogenannten ‚‚wertunbetonten‘““ Theorie, so lehrt uns eine kurze 
Besinnung auf ihre logische Qualität, daß diese Universalität des 
Nutzenprinzips mit einer Fiktion erkauft ist. Denn es ist unschwer 
einzusehen, daß die hypothetische Form dieses Prinzips im Sinne 
eines „Allpreisgrundes‘“, d. h. im Sinne einer einzigen realen Ur- 
1) Vgl. Cassel, a.a. 0. 5. 108, 
Weigmann, Internat. Handel.
	        
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