Vorwort. | X
geht nicht so wie sie auf die Beweismittel ein, läßt aber wohl
auch genügend erkennen, welche Probleme innerhalb des
Themas in Betracht zu ziehen sind. Die dritte Abhandlung
hat die Entwicklung der Landwirtschaft vom Ausgang des
Mittelalters bis zur Gegenwart unter dem Gesichtspunkt der
Fürsorge, die der Staat ihr zuwendet, zum Gegenstand. Wie
es ein Kennzeichen des Mittelalters ist, daß diese Fürsorge
ihr gefehlt hat, so ist es ein Kennzeichen der neuern Jahrhunderte,
daß sie ihr in zunehmendem Maß zuteil wird.
Die lettte Abhandlung, die der ältesten deutschen Steuer
gewidmete, bezieht sich auf Wirtschaftsleben und Staatsverfassung
zugleich. Die hier zu gewinnende Erkenntnis ist besonders
geeignet, das Bild des Mittelalters von den falschen
Schattierungen der hofrechtlichen Theorie zu reinigen.
Dies sind die hauptsächlichsten Linien meiner Darstellung.
In dem damit angedeuteten Rahmen ergab sich dann die
Notwendigkeit der Crörterung weiterer Probleme, so vor
allem der Vereinbarung über den Sinn der Begriffe, mit
denen wir arbeiten, so z. B. über den Sinn der Ausdrücke
„Stadtwirtschaft“, „Kapitalismus“, „kapitalistischer Geist“. Erwähnt
sei ferner die Auseinandersetzung über die Fragen, in
welchem Maß bewußte Politit und Gesetzgebung die wirtschaftliche
Entwicklung zu beeinflussen vermögen, ob beträchtlicher
Export nur bei Großbetrieb, d. h. bei mehr oder weniger
Abhängigkeit des gewerblichen Arbeiters vom Kaufmann und
Kapital oder auch bei mittleren und kleinern Handwerkerbetrieben
dentbar ist, wie das patrizische und das Zunftregiment
sich zur Bewegung des Handels stellen“ ").
!) Was die Herkunft der Abhandlungen betrifft, so war Nr. 1 zuersst
gedruckt in der „Wissenschaftlichen Beilage der Münchener Allg.
Zeitung“’ 1903, Heft 11 und 12, Nr. 3 in den Jahrbüchern f. Nationalöt.
Bd. 110 (1918), S. 695 ff., Nr. 4 in der Hist. Ztschr. Bd. 86 (1901),
S. 1 ff., Nr. 5 ebenda Bd. 109 (1912), S. 23 ff., Nr. 6 in den Jahrb. f.
Nationalök. Bd. 75 (1900), S. 1 ff., Nr. 7 in der Hist. Ztschr. Bd. 91
(1903), S. 432 ff., Nr. 8 in den Jahrb. f. Nationalök. Bd. 76 (1901),
S. 449 ff. und S. 593 ff. Nr. 2 und 9 waren neu. Wie hier nebenbei