andere Wege, die zum Ziel führen, auf denen geringere
Schwierigkeiten drohen. Ein Bund für Bodenreform kann
diese Wege nicht gehen. Er hätte Punkte in sein Programm
aufnehmen müssen, welche eben nicht in das Programm eines
Bundes für Bodenreform passen. Ich wußte dies ganz gut,
als ich in der letten Generalverssammlung, der ich vor zwei
Jahren beiwohnte, einen Vortrag über eine Reform in un-
serem System der Güterzirkulation hielt. Ich hatte nur ge-
dacht, daß es nichts schaden konnte, und ihm vergeben würde,
wenn der Gründer des Bundes seinen Freunden darlegte, wa-
rum er sich in den Hintergrund gezogen hatte, sich nur noch
wenig an der eigentlichen Bodenreformagitation beteiligte.
Ich wollte denen, die meiner Führung gefolgt waren, zeigen,
daß sie ihr Vertrauen keinem Unwürdigen geschenkt hatten,
und daß mein scheinbarer Rückzug nur die Vorbereitung für
einen neuen, noch viel mühsameren Kampf bedeutete. Hier
ist nicht der Platz, dafür den Beweis zu liefern, wie recht ich
mit meiner Ansicht hatte, daß ich auf dem neuen Wege und
zwar hier in dem Lande, das uns ein halbes Jahrhundert vor-
anmarsschiert in der praktischen wirtschaftlichen Bildung des
Volkes, mehr für unsere große Reform zu tun im Stande sein
werde, als daheim als Mitarbeiter im Bunde für Boden-
reform. Es ist hier nicht der Plat dafür, Ihnen zu zeigen,
wie hoffnungsreich schon diese wenigen Monate meiner Pio-
nierarbeit im freien England gewesen sind, so daß ich bald
mit sehr erfreulichen Tatsachen hoffe dienen zu können. Da-
gegen darf ich an dieser Stelle und an diesem wichtigen Tage
meiner Freude Ausdruck verleihen, daß die Neugeburt unseres
Bundes in seiner Vereinigung mit so wackeren Mitstreitern
auch mir wieder einen Rahmen liefert, innerhalb dessen ich
im Vaterlande mithelfen kann auf einem praktisch begehbaren
Wege, dem der wirtschaftlichen Tat, der großen Wahrheit zum
Sieg zu verhelfen, welche uns alle mit der gleichen Begeiste-
rung erfüllt wie an jenem Septembertage vor acht Jahren
in der einstig freien Reichsstadt am Main, der Wahrheit, die
ihren Ausdruck in dem Rufe findet:
Deutsch Land all en Deutschen!
Bright o n, September 1896.
Micha el Flür schei m.
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