gabe unserer Zeit sei in dem Worte von R o db ert u s
enthalten:
„Die Volk s wirtschaft muß wieder mehr Staats-
wirtschaft werden."“ (§ 65.)
Der Satz, den die Smithsche Nationalökonomie, be-
sonders die Manchester Richtung, aufgestellt habe, daß
nämlich jedermann vollständig allein seines eigenen
wirtschaftlichen Glückes Schmied, allein für sich verant-
wortlich sei, und daß der Staat sich nicht weiter um das
wirtschaftliche ergehen der Individuen zu kümmern habe,
müsse als Fiktion nun gänzlich aufgegeben werden
(Vorbem. zu g 63 u. f.). Den Ansichten, die Lange über
die Malthusische Bevölkerung Lehre geäußert hat, stimmte
Wagner vollständig bei. Er hat die Formel, die Malthus
gegeben hatte, auch für unhaltbar erklärt, hat aber die
Lehre in ihrem Kernpunkt als unumstößlich angesehen
(Vorbem. zu §8 94, s 97a Anmerk. 14, § 232 Anmertk. 7).
Der unter dem Einfluß dieser Doktrinen entstandenen
Annahme gegenüber, daß nur die Beschränkung der Volks-
vermehrung in Betracht komme und der manchesterlichen,
daß vor allen Dingen eine Steigerung der Produktion-
fähigkeit der Gesamtheit erforderlich sei (§8 104 Anm. 16),
hat Wagner aber mehr als es in seiner Schrift über die
Abschaffung des privaten Grundeigentums geschehen
war, die Wichtigkeit der V ert ei l un g in den Vorder-
grund gestellt:
„Solange die M a s s e n nicht einmal die no tw end i -
g e n Existenzbedürfnisse ersten Grades befriedigen, müssen
auch die Kulturbedürfnisse der h öh er e n Klasssen beschränkt
werden." (§ 107.)
Adolph Wagner hat in dem Streit zwischen Indivi-
dualismus und Sozialismus keinem von beiden Recht
gegeben. Das richtige sei nicht: Sozialismus o d e r In-
dividualismus, sondern Sozialismus u n d Individua-
lismus. Es handele sich
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