. Kollektaneen
b) Weniger einfach ist die von Jeremias Drexel empfohlene
Methode. Er teilt alle Aufzeichnungen für die Kollektaneen
in drei Klassen, die er mit dem Namen Lemmata,
Adversaria und Historica bezeichnet. Historica sind ihm
alle geschichtlichen Beispiele, mögen sie nun ausführlich
oder nur kurz notiert werden; adversaria sind ausführliche
Aufzeichnungen, die nicht zu den geschichtlichen Beispielen
gehören; lemmata sind kurze Notizen über die Behandlung
eines Gegenstandes in irgendeiner Quelle, bei denen nur
der Fundort und vielleicht noch ein kurzes Merkwort über
die Art der Behandlung angegeben wird. Für jede dieser
drei Klassen ist ein eigenes Register erforderlich ').
c) Zur Verbesserung dieser Methode schlägt Zgnaz Weitenauer
eine andere Dreiteilung vor. Zur ersten Klasse gehören
nach ihm die „Adversaria eruditionis variae“, alle
besonderen Tatsachen und Aussprüche, die man in den
Kollektaneen aufbewahren will. Seine zweite Klasse nennt
er „Adversaria disciplinarum“; sie umfaßt alle Bemerkungen,
die sich auf irgendein bestimmtes wissenschaftliches oder
praktisches Gebiet beziehen. Eine dritte Gruppe bezeichnet
er als „Adversaria eloquentiae sacrae“ und weist ihr den
ganzen für die geistliche Beredsamkeit bestimmten Stoff
zu. Auch bei dieser Art und Weise läßt sich die notwendige
Übersichtlichkeit nur durch einen dreifachen Index
erreichen?).
d) In mancher Beziehung praktischer sind die drei Methoden,
die Jean Mabillon in Vorschlag bringt. An erster
Stelle empfiehlt er die einfachste und ursprünglichste Weise
der Heftmethode, alles der Reihe nach ohne Rücksicht auf
eine alphabetische oder sachliche Ordnung zu notieren.
Dabei sollen aber die zusammengehörigen längeren Aus.
züge über den Inhalt eines ganzen Werkes in eigenen
Heften oder Büchern aufgezeichnet werden, damit sie nicht
durch die gelegentlichen sonstigen Notizen auseinandergerissen
seien. Zur Vermeidung der Mühe des langen Suchens
1) Jerem. Drexel, Aurifodina 2 c. 3.
2?) Ign. Weitenauer, De modo legendi et excerpendi 2 c, 3.
1792