Anleitung zum Studium der wirtschaftlichen Staatswissenschaften,
Ein fester
Studienplan
wird sich schwer für das wirtschaftswissenschaftliche Studium aufstellen
lassen, Die Fakultäten haben keine festen Studienpläne herausgegeben.
Es kommt ja vor allen Dingen auch besonders darauf an, nach welcher
Richtung der Wirtschaftswissenschaftler sich ausbilden will. Man wird
sich daher mit allgemeinen Richtlinien begnügen müssen.
Wir lassen hier im Wortlaut die Ratschläge folgen, die die Staatswirtschaftliche
Fakultät der Universität München aufgestellt hat.
„Anleitung zum Studium der wirtschaftlichen
Staatswissenschaften,
I. Den normalen Abschluß des Studiums bildet künftighin das nach
sechs Semestern abzulegende Diplom-Volkswirte-Examen. — Die Promotion
setzt Bestehen dieser Prüfung, sowie ein weiteres Studium von
mindestens zwei Semestern voraus und kann nur denjenigen empfohlen
werden, die ausgesprochene wissenschaftliche Interessen verfolgen. An
Stelle der volkswirtschaftlichen Diplomprüfung kann auch das bestandene
Referendarexamen oder das Forstexamen (jedoch nur bei Erfolg in den
staatswissenschaftlichen Fächern) als Vorprüfung für das Doktorexamen
gelten.
II, Die Vereinigung praktischer Arbeit mit dem Studium hat in der
Regel nur Wert, wenn der Studierende sich zuvor ein leidlich selbständiges
Urteil über die wesentlichsten wirtschaftlichen Zusammenhänge angeeignet
hat. Sie kann ferner lediglich dann eine Förderung der wissenschaftlichen
Schulung bedeuten, wenn sie eine selbständige Orientierung über
die Eingliederung irgendeines privatwirtschaftlichen Unternehmens oder
eines Verwaltungsorgans in den Gesamtkomplex der Volkswirtschaft gestattet.
Eine flüchtige Volontärzeit wird keinen Nutzen bringen.
Während der ersten Semester sollen Gelegenheiten, die Allgemeinbildung
über die in der Schulzeit erworbenen Grundlagen hinaus zu
erweitern, wahrgenommen werden (historische, philosophische Vorlesungen
usw.). Auch die Beschäftigung mit fremden Sprachen ist anzuraten.
— Im Laufe des Studiums können technische, betriebswirtschaftliche und
naturwissenschaftliche Vorlesungen gehört werden mit dem Ziel, Einblick
in den Aufbau der sachlichen. Grundlagen der Volkswirtschaft und ihrer
Ausgestaltungsmöglichkeiten zu gewinnen. Die engere Auswahl aus den
in Betracht kommenden Vorlesungen wird durch etwaige speziellere Berufsabsichten
bedingt sein.
HI. Ein fester Vorlesungsplan läßt sich nicht aufstellen, Als unverbindliche
Richtlinien. können folgende Bemerkungen dienen:
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