Full text : Erhebung über die Produktion

© Internationale Rundschau der Arbeit
Folge der Wirkung weiterer Faktoren darstellt, so ist sie selbst
ebenfalls ein Faktor, eine Ursache. Die Arbeitslosigkeit an sich
übt ebenfalls eine Wirkung auf die Produktion aus, und zwar
sowohl auf den Markt als auch auf die Arbeitsleistung.
Es ist deshalb angestrebt worden, für alle Länder, die hier
in Frage kommen, und die davon erfaßt werden konnten, die
Bedeutung der folgenden vier großen Krisen oder Krisengruppen
der Arbeitslosigkeit festzustellen: 1. die Krise des Kriegsbeginnes,
2. die Krise des Wiederbeginnes der Friedenszeit, 3. die Weltarbeitslosigkeitskrise,
 4. die Krise der Arbeitslosigkeit in der Zeit
der Währungsstabilisierung. Hier sei nur auf wenige Ziffern verwiesen,
 unter allen Vorbehalten natürlich, die bei internationalen
Vergleichen dieser Art angebracht erscheinen. Während der
großen Krise des Arbeitsmarktes, die um die Mitte des Jahres 1920
auftrat, erreichte der Hundertsatz der Arbeitslosen unter den
Gewerkschaftsmitgliedern in einzelnen Ländern die folgenden
Höchstziffern: in Belgien im Februar 1921: 22,7, im Vereinigten
Königreiche im Juni 1921: 23,1, in Schweden im Januar 1922:
34,3, in Norwegen im Februar 1922: 24,4, in Dänemark im Februar
1922: 34,2, in den Niederlanden im Februar 1922: 31,8, in Kanada
im März 1921: 16,5, in Australien im zweiten Vierteljahre 1921:
12,5,
Nach .diesen Feststellungen wurde eine systematische Untersuchung
 der Auswirkungen der Arbeitsleistung vorgenommen.
Es handelt sich hier um eine hoch bedeutsame, aber auch vielseitige
 Frage. Dabei stehen zwei Gruppen von Angaben und
Feststellungen einander scharf gegenüber, einerseits die Betonung
 der durch Tatsachen belegten Behauptung, daß die Furcht
vor der Arbeitslosigkeit auf die Leistungen der Arbeiter einen
einschränkenden Einfluß ausübt, der sich bisweilen durch eine
planmäßige und offen zugegebene Verkürzung der Leistung ausdrückt,
 aber andererseits beobachtet man auch, daß die durchschnittliche
 Leistung je Arbeiter in Zeiten wirtschaftlichen Niederganges,
 in denen die Arbeitslosigkeit auftritt, eine Neigung nach
oben aufweist, während in Zeiten starker industrieller Beschäftigung,
 wenn die Arbeitslosigkeit auf ein Mindestmaß zurückgeht,
 sie mehr oder minder nachläßt. Wie soll zwischen diesen
beiden Reihen von Tatsachen und Bekundungen eine Ubereinstimmung
 hergestellt werden? Hier kann es sich natürlich nicht
darum handeln, das Resume einer Analyse wiederzugeben, deren
Wert nur in scharfen Unterscheidungen und Abtönungen besteht.
Auf Grund der gesammelten Unterlagen und der ersten Schlußfolgerungen
 daraus ist anzunehmen, daß in Bezug auf diesen
Punkt weitere Untersuchungen durchaus nützlich sein dürften.
10. Die Verkürzung der Arbeitszeit
Nachdem versucht wurde, festzustellen, welcher Anteil bei
der Erklärung der Produktionskrise auf jeden einzelnen der erwähnten
 Faktoren entfällt, wurde dazu übergegangen, die Frage

34.
            
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