Full text: Reis

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Reis ebenfalls nicht jährlich als Sommerfrucht wiederkehrt, 
wird in manchen subtropischen Gebieten folgender Wechsel 
innegehalten: 1. Reis, 2. Winterung, 3. Baumwolle oder Tabak, 
4. Winterung, 5. Reis usf. . In Mantua, Verona und Bologna 
wird folgender eigenartige Wechselbau zwischen Reis und 
Weizen allgemein geübt, der sehr ertragreiche Weizenernten 
liefert. Der Weizen wird vor der Reisernte, Ende September 
oder Anfang Oktober, breitwürfig gesät, wobei 20—30 kg auf 
den Hektar mehr gebraucht werden als bei dem gewöhnlichen 
Verfahren. Dann wird der Reis mit sehr kurzer Stoppel gemäht. 
Phosphor- und Stickstoffdünger wird in dem Maße der Kosten 
gegeben, die man durch das Wegfallen des Pflügens erspart. 
Copeland empfiehlt dieses Verfahren für die Vereinigten 
Staaten. In Süditalien und Sizilien werden außer Getreide und 
Hülsenfrüchten auch Artischocken in den Kulturwechsel ein- 
bezogen (87). 
Bei den Berieselungswiesen und dem Anbau der eben ge- 
nannten Wechselfrüchte tritt eine Unterbrechung des Reisbaues 
von einem oder mehreren Jahren ein. Oft wird aber nur die 
/-% zwischen der Reisernte und der nächsten Bodenbestellung 
zum Anbau anderer Gewächse ausgenützt. Dafür kommen Klee 
o°r andere Hülsenfrüchtler und Raps in Betracht. Der Klee 
soll entweder nur zu Gründüngungszwecken dienen oder zuvor 
einen Schnitt ergeben. Er wird unmittelbar nach der Reisernte 
in die Stoppel gesät. Dasselbe geschieht mit dem Raps, aber erst 
im nächsten Frühjahr. Zur Reife kann er natürlich nur auf 
solchen Ländereien kommen, auf denen der Reis desselben 
Jahres nicht gesät, sondern aus Saatbeeten überpflanzt wird 
(s. unten S. 49), da dies erst einige Wochen später zu geschehen 
braucht. In Russisch-Turkestan wird eine sehr frühreife Reis- 
sorte von nur etwa 90 Tagen Vegetationszeit („arpa schaly“‘) 
bisweilen noch nach der Ernte des Winterweizens gesät. Über- 
haupt wechselt hier auf höher gelegenen Plätzen, die sich leicht 
trockenlegen lassen, der Reis mit Gerste und Weizen. Er wird 
entweder nach vorhergegangener Düngung und Brache als 
erste Frucht gegeben oder als Nachfrucht im Mai nach Winter-
	        
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