Object : Die neuere Entwicklung des Petroleumhandels in Deutschland

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keit  günstiger  Konjunkturen.  Ich  behaupte  im  Gegenteil:  der  Bau
staatlicher  Tanks  für  diese  Zwecke  wäre  eine  grosse  Torheit.
Ich  verweise  auf  meine  Zusammenstellung  auf  Seite  IOO.  Darnach
beträgt  —  berücksichtigen  wir  der  Einfachheit  halber  einmal  nur
das  preussisch-hessische  Bahnsystem  —  der  Gesamtverbrauch
rund  20  OOO  000  kg.  Die  grossen  Binnenlagertanks  der  D.-A.  P.-G.
fassen  13—14  000  Fass,  also  rund  1  800  000  kg.  Um  die  Gesamtmenge ­
  von  20  000  000  kg  aufzunehmen,  wären  also  11  Tanks  notwendig. ­
  Ein  solcher  Tank,  vollständig  feuersicher  ausgerüstet,
kostet  etwa  18  000  Mk.,  sodass  eine  Gesamtsumme  von  ungefähr
200000  Mk.  herauskäme.  Hierauf  4%  Zinsen  und  4%  Amortisation ­
  rund  15000  Mk.  p.  a.
Das  Oel  kostet  ca.  3  Mill.  Mk.,  ä  4%  120  000  Mk.  p.  a.
135000  Mk.  p.  a.
Preussen  müsste  also  jährlich  eine  Summe  von  135  000  Mk.
hinauswerfen  nur  auf  die  Möglichkeit  einer  Sperrung  der  Zufuhr  hin.
Dies  wäre  immerhin  nicht  zu  viel,  wenn  die  Gefahr,  dass  die  Bahnen
aus  Mangel  an  Leuchtöl  den  Betrieb  einstellen  oder  wenigstens
einschränken  müssten,  wirklich  eintreten  könnte.  Das  erscheint
aber  ausgeschlossen.  Wenn  uns  auch  Amerika  nicht  direkt  liefern
könnte,  so  stehen  doch  die  Wege  über  Frankreich,  Italien,  Skandinavien ­
  und  besonders  die  Niederlande  offen,  wo  gleichfalls  Tochtergesellschaften ­
  der  ST.O.C.  arbeiten,  so  würden  Russland,  Galizien ­
  u.  a.  mit  Freuden  die  Gelegenheit  ergreifen,  auf  Kosten  ihres
Absatzes  nach  anderen  Ländern  ihren  Export  nach  Deutschland
zu  erhöhen.  Ausserdem  könnten  die  vorhandenen  Oelvorräte  im
Falle  der  Not  einfach  beschlagnahmt  werden,  was  den  Bedarf
schon  auf  Monate  hinaus  decken  würde.
Auch  die  Möglichkeit,  billig  einzukaufen  und  das  Oel  dann
(dadurch  verdirbt  es  ja  nicht)  lagern  zu  lassen  und  zu  Zeiten  hoher
Preise  zu  verbrauchen,  bietet  nur  sehr  problematische  Vorteile.
1900  war  der  Durchschnittspreis,  den  die  Bahnen  anlegen  mussten,
18,54  Mk.  pro  100  kg,  1903  nur  16,30  Mk.  Gesetzt  den  Fall,  der
Staat  hätte  die  Tanks  i.  J.  1900  gefüllt.
Der  Gesamtpreis  war  3  302  054  Mk.
Jetzt  wartet  er  auf  höhere  Preise.
Allein  noch  1903  legte  er  trotz  eines
Mehrverbrauchs  von  ca.  2  Mill.  kg  nur  3238267  Mk.  an,
also  63  787  Mk.
            
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