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Zweites Kapitel.
Ueber den Grubenausbau und die Schächte,
Wir beschäftigen uns in diesem Kapitel mit den Grund
lagen dessen, was man die Kapitalimmobilisation
der schweren Industrie, hier also des Steinkohlenbergbaues, nennt.
Wird Kapital darauf verwendet, um in Schächten und Strecken
einmal und dauernd den Kohlenflötzen nachzugehen, so bedeutet
dies eine Kapitalaufwendung, die nicht beliebig wieder zurück
zuziehen ist und die sich nur dann »rentiert«, wenn die Kohle
auch erreicht und gefördert wird. Nur durch diese Kohlenförde
rung ist'das Kapital nach und nach zurückzugewinnen. Ist
diese nicht möglich, so ist das Kapital vernichtet: die Arbeits
löhne sind ausgegeben, und mögen auch die zum Ausbau der
Schächte z. B. verwendeten Materialien wiedergewonnen werden
können, so können (besonders bei sog. schwerem Ausbau) die
auf die Wiedergewinnung verwendeten Kosten vielleicht gar noch
den Erlös aus dem gewonnenen Material übersteigen. Das An
lagekapital beim Steinkohlenbergbau hat also etwas Starres an
sich, es steht und fällt mit der Aussicht auf Erreichung einer
einzigen Zwecksetzung.
Ich muss gleich vorweg bemerken, dass der Leser nicht er
warten darf, nun schön in Zahl und Mass angeführt zu finden:
so gross ist da und da die Kapitalimmobilisation. Hierzu fehlen
jegliche Unterlagen. Formell: es schweigen die, die da berufen
wären zu reden. Materiell: die Berechnung ist äusserst schwie
rig, eine einwandfreie fast unmöglich. Man denke z. B. an eine
Gewerkschaft, die aus ihren Ueberschüssen einen neuen Schacht
baut an die in und mit dem Betriebe getriebenen Strecken, an
die Schwierigkeiten bei der Frage der Amortisation u. a.
Wir können hier an der Hand der Technik des Grubenaus-