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den die Wirklichkeit natürlich noch verschieden anders baut, als
er eben beschrieben ist. Bei druckhaftem Gebirge findet sich
ein Türstock dichter neben dem andern als sonst. Nach Stärke
des Holzes und Weite des Querschnittes werden zu einem Türstocke
für 3—7 M. Tannenholz, bezw. für 5—12 M. Eichenholz
verwendet. Dazu kommen noch 3—4 M. für das Zurichten des
Holzes für den Einbau und der Arbeitslohn. Ein solcher Türstock
wird aber alle Meter einmal gesetzt, und die dazwischen
befindlichen Felder werden mit Brettern verbaut. Das Holzmaterial
ist Eiche und Tanne. Heute erkennt man für die Eiche
eine absolute Ueberlegenheit nicht mehr an, wohl aber ist sie
widerstandsfähiger gegen Moderung und Fäulnis und gegen Zersetzung
durch ausziehende Wetter als die Tanne, deren Holz man
zu imprägnieren versucht, was aber ziemlich teuer ist.
Bei breiten Strecken griff man zum Ausbau mit eisernen
Kappen (1875 Ruhrgebiet). Hierzu benutzte man zuerst die
schweisseisernen Eisenbahnschienen. Diese aber wurden ein seltenes
Altmaterial und dazu noch von anderer Seite (Eisenindustrie)
gefragt. Die Eisenbahnstahlschiene aber war für Ausbauzwecke
nicht zu gebrauchen, da sie den Druck nicht durch Biegung
anzeigte, sondern mit einem plötzlichen Knalle zersprang.
So fertigte die Eisenindustrie besondere I-Träger aus weichem
Flusseisen an, die teurer waren als alte Schienen, für die aber
der Bergbau ein grosses Absatzgebiet wurde. Diese Schienenkappen
werden nicht nur gerade, sondern auch gebogen hergestellt,
sodass sie dem Druck mit einer Wölbung begegnen. Die
einzelnen Holzteile oder Holz und Eisen sind leicht zu verbinden.
Anders ist es bei völligem Eisenausbau, der schwer und massig
ist, und dessen Reparatur schwierig ist. Wo aber günstige Bedingungen
sind, also in erster Linie nicht zu starker Druck, und
wo kein Salzwasser vorhanden ist, da hat der Eisenausbau bei
oft höheren Anlagekosten doch einen grossen Vorteil. Es ist
seine Dauerhaftigkeit. So war z. B. vor 1885 in Saarbrücken je
nach Qualität des Holzes zu Türstöcken das eiserne Gestell um
39—161 % für einspurige, um 17—128 % für zweispurige Strecken
teurer als das hölzerne 1 ). Aber der Eisenausbau war doch rentabler,
wenn die Strecken lange offen gehalten werden sollten.
Der ursprüngliche Eisenausbau mit eisernen Ringen und Bogen
1) Nasse, Technischer Betrieb. 1. c. 29.