40 Der Freiheitskampf des chinesischen Volkes.
verurteilt und sind arbeitslos geworden wegen der billigen Baumwollwaren,
die in China produziert werden. Sie begreifen jetzt, daß der Kampf zwischen
den chinesischen Textilgewerkschaften und den Gewerkschaften in Lanca-
shire die stärkste Waffe war, welche die Arbeitgeber anwenden konnten, um
die Lebenshaltung der Textilarbeiter in Lancashire zu verschlechtern. Aber
diese Waffe läßt sich nicht länger anwenden, wenn die chinesischen Textil-
arbeiter, die Textilarbeiter von Lancashire und die indischen zusammen-
stehen als eine feste Phalanx, die gegen die gleichen Kräfte des Kapitalismus
kämpft.
Darum ist die internationale Einheit mehr als eine Demonstration, die
man macht, um ein paar Bravorufe zu bekommen. Sie ist eine wahre prak-
tische Notwendigkeit, und wir müssen ihr alle persönlichen Überlegungen
unterordnen, nicht nur im unmittelbaren wirtschaftlichen Kampfe, sondern
weil diese internationale Einheit eine absolute Notwendigkeit ist in unserm
Kampfe um die volle Emanzipation und Unabhängigkeit aller bestehenden
Kolonialländer. Wenn wir den Arbeitern unseres eigenen Landes diese
Tatsache nicht klarmachen, so verwirren wir nur das Bild und bereiten
den Weg für Kompromisse und Verrat, wenn die Imperialisten den Kolonien
trügerische Reformen, z. B. die sogenannte Selbstregierung, zubilligen, wozu
sie sich von Zeit zu Zeit veranlaßt fühlen, während Millionen von Arbeitern
dieser Länder, die angeblich unabhängig sind und eine eigene Regierung
haben, unter den unerhörtesten Verhältnissen der Ausbeutung arbeiten und
leben müssen.
Ich halte es für die Pflicht der britischen Arbeiterbewegung, sofort die
engsten Bande mit der indischen und chinesischen Gewerkschaftsbewegung
herzustellen. Ich nenne diese drei Länder, weil im Augenblick unsere Inter-
essen sich jeden Tag mit denen der indischen und chinesischen Arbeiter be-
gegnen. Unseren chinesischen Genossen möchte ich in diesem Zusammen-
hang sagen, daß wir von der Nationalen Minderheitsbewegung unseren alten
Vorkämpfer Tom Mann als Vertreter zum chinesischen Gewerkschafts-
kongreß, der im nächsten Monat in Hankau stattfinden wird, geschickt
haben. Ich habe volles Vertrauen, daß die Anwesenheit eines einzigen
Engländers auf dieser Konferenz eine unerhörte moralische, anspornende
Wirkung auf alle anwesenden Genossen haben wird. Ich glaube, unser Kon-
greß muß die strikte Erklärung abgeben, daß unter keinen Umständen ein
Stimmen für die Kriegskredite gestattet ist, welche dazu dienen sollen, be-
waffnete Streitkräfte zur Niederhaltung der unterdrückten Nationen auszu-
schicken. Dann müssen wir, glaube ich, sogar noch einen Schritt weitergehen
und uns klar darüber werden, was wir zu tun haben, wenn der Sieg unser
sein soll. Es ist nicht nur nötig, zu enthüllen, was der Imperialismus für den
Gewerkschaftler bedeutet. Ebenso klar muß man zeigen, was ein Krieg für
unsere Genossen bedeutet, welche für den Dienst in Armee und Flotte ver-