Full text : Die Technik des wirtschaftlichen Verkehrs

III. DER KAUFM, NACHRICHTEN- U. GÜTERVERKEHR 95
der Transportstrecke geringer wird. Gegenwärtig ist allgemein der
Staffeltarif in Anwendung. Auf Grund dieser Einheitssätze werden
entweder die ausgerechneten Frachtsätze von einer größeren Station
 nach den anderen Stationen einer Eisenbahn angegeben (sogenannte
 Stationstarife) oder man verzeichnet bloß die Frachtsätze,
die sich nach den Einheitssätzen für die einzelnen Kilometerentfernungen
 ergeben, und berechnet in der Gebührenberechnungs-Tabelle
die Frachtgebühr von Fall zu Fall auf Grund eines Kilometerzeigers,
das heißt ein Stationsverzeichnis, das die Entfernungen zwischen
den verschiedenen Stationen angibt. Zuweilen empfiehlt es sich
für den Kaufmann, das Frachtgut auf einer Zwischenstation vorläufig
 einzulagern, um es erst nach erfolgtem Verkauf an den Bestimmungsort
 zu senden. Die Eisenbahn gewährt in einem solchen
Fall unter gewissen Bedingungen (Einlagerung in bestimmten Lagerhäusern,
 Versendung in Wagenladungen u. a.) denselben Frachtsatz
des Staffeltarifes, als wenn das Gut in einem Zug an den Bestimmungsort
 befördert worden wäre. Eine solche Art der Verfrachtung
 heißt Reexpedition; sie eignet sich auch für alle jene
Fälle, in denen (wie beim kommissionsweisen Ein- und Verkauf)
der Name des Absenders dem Empfänger des Frachtgutes nicht
bekannt werden soll.
Der Frachtsatz hängt aber nicht bloß von der Entfernung, sondern
 auch von der Beschaffenheit des Frachtgutes ab. In dieser
Hinsicht scheidet man die Eilgüter in zwei oder mehrere Klassen;
auch die Frachtguttarife. berücksichtigen die Beschaffenheit der Ware
nach verschiedenen Grundsätzen.
Danach unterscheidet man:
1. das Gewichts- und Wagenraumsystem, bei dem die Tarifsätze
 der einzelnen Waren nach dem Gewicht und dem Raume, den
sie einnehmen, festgestellt werden; .
2. das Wert- oder Klassifikationssystem, das die Frachtsätze
nach dem Werte der Waren bestimmt, und
3. das gemischte System. Dieses begünstigt einerseits jene
Frachten, bei denen der Wagen voll ausgenutzt werden kann, und
räumt daher ganzen und halben Wagenladungen billigere Tarife ein 5
anderseits berücksichtigt es auch den Wert der Waren und teilt da-Nach
 die Frachtgüter in verschiedene Tarifklassen ein. Alle Tarifklassen
 bilden das Tarifschema.
Das gemischte System, das gegenwärtig bei allen europäischen
Eisenbahnen eingeführt ist, wird somit Frachtguttarife aufstellen, die
1. die Ausnutzung des Laderaumes berücksichtigen; danach
unterscheidet man Frachtguttarife für
a) Stückgüter, das sind Frachtgüter, die in Mengen unter
5000 kg zur Aufgabe gelangen, und
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.