Object : Handbuch der vergleichenden Statistik der Völkerzustands- und Staatenkunde

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SCHWEDEN  ^  Militär,  Socialem.
fí.  EingetheÜte  Truppen  (Indelta).  Sie  crlialten  theils  von  Gnuid-•besitzovn,
  tlieils  aus  bestimmten  Krongütern,  ausser  ilirem  forp  (Wolmliaus
  und  Acker),  einen  jälirlicben  Lohn  in  Geld  oder  Naturalien;
nur  im  Dienste  empfangen  sie  Sold.  Während  4  Wochen  werden  sie
alljährlich  zu  l’ebungeu  vereinigt.  Die  Dienstpflicht  hört  erst  mit  der
])ienstfähigkeit  auf.  —  (J.  MUtz  von  íjotMand;  21  Compagnien,  zum
stehenden  [leere  gcrechuet.  —  I).  öomcriptionstrnppen  (ßevaermg).
Seit  1812  ist  jeder  Schwede  vom  20.—  25.  Altersjahre  dienstpflichtig ­
  erklärt,  (Í)io  Ausheluuig  betrug,  naeh  einer  uns  vorliegenden
Notiz  von  1852,  18,882  M.,  von  denen  1632  Ersatzleute  stellten.)  —
lieber  die  Stärke  der  Armee  liegen  uns  u  a.  folgende  zwei  Listen  vor:
Värfvadc  .  .  7,(>92
Indelta  .  .  88,405
Miliz  V.  Gothland  7,021
lîevaering  .  .  95,295
zusammen  144,010
mit  152  Feldstücken.
In  einem  Berichte  des  Medicinalcollegiums  v.  1852  finden  wir  die  verschiedenen ­
  Theile  der  gewöhnlichen  Armee  (nach  Abzug  der  Marinemannschaft)  mit
00,807  M.  aufgeführt,  wovon:  Kongl.  Sven  Li/garde  20,287,  Lifgardet  tili  liäsi
8041,  andra  Lifgardel  15,109,  Sven  ArtUIeri  19,180  etc.
Festungen.  An  den  Küsten  :  Marstrand  mit  Karlston,  Göteborg
mit  Elfsborg,  Karlskrona  mit  Kungsholm  und  Drottingkär,  Stockholm
mit  Waxholm  und  Frederiksborg.  Im  Innern  besonders  Karlsborg.
GeschichtUche  Notizen.  1782  zählte  das  Heer  48,388  M.,  wovon
1800  M.  Garde,  und  31  andere  Infanterie-  und  14  Cavailerie-Regimenter.
  In  dem  Kriege  gegen  die  Russen  von  1809  schlugen  sich
die  Truppen  gut,  hatten  aber  eine  schlechte  Führung,  abgesehen  von
der  feindlichen  Ueberzähl.  1813  leisteten  sie  wenig,  weil  ihr  Obergeneral ­
  (Bernadette,  damals  Kronprinz  von  Schweden)  jedes  ernstliche
Zusammentreifen  mit  den  Franzosen  absichtlich  vermied.
Marine  ;  Mitte  1855  :
11  lamenschifle  (4  von  84,  7  v.  74  Kan.),
8  Fregatten  (2  v.  60,  3  v.  48,  2  v.  40,  1  v.  36),
4  Corvetten  (worunter  1  Dampfer),
6  Briggs,  2  Scl)ooner,  5  kleine  Dampfer  u.  250  Kanonenschaluppen.
Zusammen  286  Fahrzeuge  mit  225  Officieren  u.  14,950  M.
Sociales*  Es  gibt  4  w'esentlich  verschieden  gestellte  Stände:
1)  Adel,  so  zahlreich,  dass  man  im  Jahre  1823  1296  stimmhabende
adelige  Geschlechter  zählte  (in  England  waren  der  im  Oberhause
stimmberechtigten  adeligen  Geschlechter  nur  314);  der  Adel  ist  äusserst
  bevorzugt,  bekleidet  ausschliesslish  die  Hof-  und  fast  alle  höheren ­
  Civil-  und  Militärstellen  (nur  in  der  Geistlichkeit  sind  fast  alle,
in  der  Justiz  die  meisten  Stellen  mit  Bürgerlichen  besetzt);  das  gesammtc
  Vermögen  der  2400  Adelsfamilien  wird  auf  71  Mill.  Rthlr.
berechnet  ;  Vg  des  Areals  von  Schweden  befindet  -sich  im  Besitze  des
Adels;  dennoch  verarmt  derselbe,  und  wird  bei  der  fortschreitenden
allgemeinen  Culturentwicklung  von  den  Bürgerlichen  vielfach  überholt;
er  sinkt  auch  sichtlich  um  so  mehr,  seit  Jedermann  Guter  mit  Adelsvorrechten ­
  erwerben  kann.  —  2)  Geistlichkeit,  gleichfalls  sehr  mäch-Iiifanterie

  .  .  85,000
Cavallerie  .  .  5,580
Artillerie  .  .  4,690
Miliz  V.  Gothland  9,000
'Nationalmiliz  .  14,000

zusammen  118,270
            
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