Full text : Denkschrift über die in der Schweiz, Norwegen, Schweden, Kanada und den Vereinigten Staaten von Nordamerika getroffenen Maßnahmen zur Preisstabilisierung des Getreides sowie über die dabei gemachten Erfahrungen

V.  Besondere  Einrichtungen  zur  Förderung  der  Erzeugung
und  Ablieferung.
Mit  der  Schaffung  von  Einrichtungen  allein  ist  natürlich  noch
nicht  viel  gewonnen.  Das  schwerere  Stiick  Arbeit  folgt  nach:  die
D  u  r  ch  f  ii  h  r  u  n  g  der  wirtschaftlichen  Aufgaben  auf  ihrer  Grundlage. ­
  Es  nruß  insbesondere  auf  die  aufreibende,  vielfach  unerfreuliche ­
  Arbeit  wenigstens  hingewiesen  werden,  die  der  Landrat  und
seine  Gehilfen  zur  Feststellung  und  Abschätzung  der  Vorräte,  zur
Überwachung  der  Selbstversorger  und  Mühlen  zu  leisten  haben,
desgleichen  aus  die  eigentliche  Durchführung  der  Erfassung  der
Erzeugnisse.  Endlich  das  vielbesprochene  Gebiet  der  „Förderung ­
  der  Erzeugung!"  In  letzterer  Beziehung  sind  besondere ­
  Aufgaben  den  „K  r  i  e  g  s  w  i  r  t  s  ch  a  f  t  s  st  e  l  I  e  n"  auferlegt ­
  worden,  den  in  den  Kreisen  vom  Kriegsamte  neu  errichteten, ­
  militärischer  Organisation  eingegliederten  Behörden, ­
  deren  Vorsitzender  der  Landrat  ist.  Sie  sind  zwar  keine
„Einrichtungen  des  Kreises",  aber  es  versteht  sich  von  selbst,  daß,
wie  schon  der  Landrat  ihr  Leiter  ist,  so  auch  ihre  Mitglieder  vor
allem  diejenigen  Persönlichkeiten  find,  deren  sachverständiger  Mitarbeit ­
  sich  die  Kreisverwaltung  auch  sonst  in  den  verschiedenen
Kommissionen,  Abteilungen  usw.  bedient.  Die  Kriegswirtschaftsstellen ­
  lassen  sich  weder  nach  ihrer  Zusammensetzung  noch  nach  ihrer
Tätigkeit  aus  dem  Rahmen  der  übrigen  Kreisbetätigung  aussondern, ­
  sie  müssen  daher  hier  wenigstens  erwähnt  werden.  Wie  eng
sie  vielfach  mit  dem  übrigen  Kriegsverwaltungskörper  verwachsen
sind,  wird  aus  der  folgenden  Darstellung  des  letzten  Verwaltungsberichts ­
  des  Kreises  sondern  ersichtlich:  „Die  Kriegswirtschaftsstelle ­
  ist,  am  2.  Januar  1917  eingerichtet,  das  jüngste  Glied  in  der
Kette  der  Wirtschaftsabteilungen,  deren  Schaffung  der  Kriegszustand ­
  gebot.  Anfänglich  nur  als  Stelle  zur  Überwachung  der
Durchführung  aller  Kriegsmaßnahmen  gedacht,  ist  ihre  Tätigkeit
jetzt  zu  einer  außerordentlich  vielseitigen  angewachsen.  Der  Abschätzung ­
  und  Nachprüfung  der  Ernte-Ergebnisse  wurde  oesondere
  Aufmerksamkeit  gewidmet.  Fiir  die  im  Kreise  vorhandenen
Dreschmaschinen  und  Motorpslüge  wurde  eine  Zentrale  geschaffen. ­
  Eine  wesentliche  Arbeitslast  wuchs  durch  die  Führung  der
von  der  Neichsgetreidestelle  angeordneten  W  i  r  t  s  ch  a  f  i  s  -
karten.  Die  diesbezügliche  Kontrolle  erstreckt  sich  auf  etwa  6900
Wirtschafts-  und  monatlich  10  000  Mahlkarten.  Die  Regelung  der
Benzolverteilung  wurde  der  Kriegswirtschaftsstelle  gemäß
Anordnung  der  Inspektion  für  das  Kraftfahrwesen  übertragen.
            
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