Full text: Kameralwissenschaften und vergleichende Betriebswirtschaftslehre

Wenn später Jung (-Stilling) die Idee einer „allg e- 
meinen“ Gewerbs- und Haushaltungswissen- 
schaft vertritt, wenn der Jenenser Kameralist Schulze 
aus Gävernitz, der Großvater des bekannten Freiburger Ge- 
lehrten, 1826 in seinem Kameralsystem eine allgemeine 
Privatwirtschaftslehre vorsieht, und wenn Rau und 
Baumstarck 1823 und 1835 darüber hinaus ihrem gesamten 
ökonomischen System eine allgemeine Wirtschafts- 
lehre voranstellen wollen, so greifen sie formell und ma- 
teriell durchaus auf Zincke zurück. 
Fruchtbringender als diese allgemeine Idee war für 
die in Frage stehende Systematik aber die besondere, die 
als zentrales Problem aller Wirtschaften, der öffentlichen so- 
wohl wie der privaten, die Erlangung, Erhaltung 
und Nutzung des Vermögens, sowie die Einkünfte- 
verwendung erkannte und dabei im Rechnungswesen 
einschließlich der Voranschläge das wichtigste Mittel für 
die Vermögenserhaltung sah. 
; Diese Idee, die Zincke selbst nur für die Landwirt- 
schaft und die öffentliche Wirtschaft im einzelnen durch- 
geführt hat, ist für die Betrachtung aller späteren Kamera- 
listen wiederum vorbildlich geworden. 
‚ Wenn z. B. nach der Entdeckung der Theorie vom 
Volksvermögen durch Adam Smith der Kameralist Schmalz 
die gesamte ökonomische Wissenschaft trennt in die G e- 
werbskunde, das ist die Lehre vom Vermögen und Ein- 
kommen des Einzelnen, und die politische Oeko- 
nomie, deren Hauptteil durch die Lehre von der Bildung 
des Gesamtvermögens und -einkommens dar- 
gestellt wird, so findet die Zinckesche Idee darin ihre Krö- 
nung. Ebenso bildet diese Idee den Hauptinhalt der sog. 
Haushaltungslehre der späteren Kameralisten und der Be- 
triebslehre Baumstarcks. 
Daneben zeigt Zincke aber auch in der weiteren Durch- 
gliederung seiner Landwirtschaftslehre klare systematische 
Gedankengänge. Die Einteilung in: Objekt der Geschäfte, 
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