fullscreen: John Pierpont Morgan, der Weltbankier

zeit hergestellt worden. In der Sammlung befanden 
sich ferner mehr als 200 Wiegendrucke aus Deutsch- 
land und den Niederlanden. Damals besaß Morgan 
schon die berühmte Gutenberg-Bibel und den Psalter 
von 1459, die lange als die wertvollsten Bücher der 
Welt galten. Jahr für Jahr erweiterte er seine Samm- 
lung, oft kaufte er ganze Bibliotheken auf und nahm 
daraus, was ihm gefiel und wofür er Verständnis hatte. 
Aus den großen Londoner Auktionen erwarb er 
für seine Sammlung in Prince’s Gate einige der schön- 
sten Stücke alten englischen Tafelgeschirrs aus Gold 
und Silber. Von den Zeiten Heinrichs VIII. bis zur 
Regierung Karls I, besaß die englische Krone die wert- 
vollste Sammlung solchen Tafelgeschirrs, aber der 
letztgenannte Monarch ließ, als er in Geldverlegen- 
heit war, fast das ganze unschätzbare Geschirr ein- 
schmelzen, um Münzen daraus herzustellen. Aus der 
Zeit vor Karl I. besitzt die Sammlung im Schloß von 
Windsor nur zwei dieser Stücke, ein Becken und einen 
Krug für Rosenwasser. Morgan aber besaß einen Tu- 
dorpokal, der in London zu Shakespeares Zeit her- 
gestellt wurde, einen Satz Apostellöffel aus der Zeit 
Heinrichs VIII., und eine Schüssel nebst Deckel, die 
kurz nach der Thronbesteigung Jakobs I, aus dem 
Silber des Großsiegels von Irland hergestellt wurde. 
Er besaß einen großen, einfachen, massiven Silber- 
becher, den Königin Maria Simon Janszen schenkte, 
nachdem er ihren Gemahl Wilhelm III. 1691 sicher 
nach dem Haag gebracht hatte. Auf dem Deckel sitzt 
ein Löwe, und auf der Vorderseite ist das königliche 
Wappen und eine Inschrift in holländischer Sprache 
eingraviert, die Simon auffordert, stets an Seine Ma- 
jestät zu denken, „wenn er diesen Becher zu seinen 
Lippen hebt‘, Eine schöne silberne Vase war mit den 
Bildern römischer Kaiser geschmückt und enthielt drei 
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