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Erstes Buch, Cap. 1.
lange vor der Zeit der modernen Statistik sogar schon in
socialpolitischen (nicht nur in philosophischen und naturwissenschaftlichen)
Werken besprochen worden ist.
Die Frage wird wohl nie definitiv gelöst werden, sondern
immer wieder neu auftauchen, weil sie zu denjenigen gehört,
bei welchen wir an der Grenze des Erkennbaren ankommen.
Alles was geschehen und vollbracht ist, erscheint uns, wenn
wir es als vollendete Thatsache betrachten und beobachten,
als das Produkt von (wenn auch unbekannten) Ursachen, die
es hervorbringen mussten. Dadurch, dass es geschehen ist,
erscheint es als nothwendig; es kann jetzt nicht anders sein,
als es eben ist und so konnte es auch nicht anders sein, nur
Jass wir vorher wegen mangelnder Allwissenheit das Nothwendige
nicht vorher sehen konnten. Künftiges dagegen, das
erst geschehen kann oder soll, ist für uns noch nicht nothwendig
und wenn es sich um unsere eigenen Handlungen
handelt, so erscheint uns ihre Ungewissheit als Nichtnothwendigkeit
oder Freiheit. Aber wenn wir uns nicht als
wollende und handelnde Wesen fühlen, sondern lediglich be-»bachten
und denken, so erscheint in der That die Freiheit
aur als ein anderes Wort für Unkenntniss und Unsicherheit,
als Folge des Unterschieds zwischen Vergangenheit und Zukunft,
der für uns vorhanden ist, Für eine höhere Intelligenz,
von der Laplace so schön spricht, und auf deren
Standpunkt wir uns vorübergehend und theilweise in reiner
Betrachtung stellen können, würde diese Unkenntniss und daher
die Freiheit nicht existiren, sondern Alles wäre nöthwendige
Folge (bekannter) Ursachen.
Als wollende und handelnde Menschen jedoch müssen wir
mit der Annahme einer, wenn auch durch nachweisliche Einflüsse
ausserordentlich stark beeinflussten Willens- resp. Wahl-Freiheit
operiren und können bei der Betrachtung der Dinge vom
Standpunkt des Causalgesetzes nicht stehen bleiben, weil wir
eben jene höhere Intelligenz nicht haben. Auch in den socialen
Hildebrands Jahrbüchern, Band 14 (1870) S. 81 ff, Vgl. auch Knapp’s
eingehende Kritik ebenda Bd, 16 (1871) S. 237 ff, Bd. 17 (1871) S. 167 ff,
S 349 ff, S. 427 ff. und Bd. 18 (1872) S. 89 £.