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preußischer-, und Leipzig sächsischerseits. Noch war man in Sachsen
so zaghaft, daß man sogar die Naumburger Messe für eine ge
fährliche Konkurrentin der-Leipziger ansah, und verlangte für Leipzig
denselben Meßrabatt, den Preußen Frankfurt gewährte, was
Maaßen wieder zu gefährlich für dieses ansah. So zogen sich die
Verhandlungen, die sächsischerseits von dem sehr tüchtigen Finanz
minister von Zeschau geführt wurden, ergebnislos in die Länge,
bis das Ereignis eintrat, das Sachsen zu einer möglichst raschen
Entscheidung zwang.
Bei dem Abschluß des Handelsvertrags mit dem württem-
bergisch-bayrischen Zollverein ain 27. Mai 182» war bereits auf
die Möglichkeit einer späteren Verschmelzung des nördlichen mit
dem südlichen Vereine hingewiesen worden. Mittlerweile hatten
sich die schon früher berührten finanziellen Schwierigkeiten des
oberdeutschen Bundes vermehrt, und beide Mächte stellten nun in
Berlin den Antrag auf eine Verschmelzung der beiden Vereine. Dem
entsprechend wurden die Verhandlungen im Dezember 1851 in
Berlin eröffnet. Aber auch hier gab es schwere Bedenken.
Schon der Zutritt der beiden Dessen hatte ein finanzielles Opfer
für Preußen bedeutet, was sich aus dem Zollertrag pro Kopf
ergab; er begann, nachdem er 182» noch 25,3 Sgr. betragen hatte,
nunmehr zu sinken und drohte das bei der Aufnahme Bayerns
und Württembergs noch mehr zu tun, da dort die Konsumtion
von Kolonialwaren nicht so hoch stand wie in Preußen. Tat
sächlich sank auch dann der Durchschnitt in den Zähren 1884—39
auf 22 Sgr. pro Kopf. Preußen verlangte also, wie es auch Sachsen
gegenüber getan hatte, ein Präzipuum, d. h. die Auszahlung einer
seinen angeblichen Verlusten entsprechenden Summe aus den ge
meinsamen Zolleinkünften zum Voraus, ehe an die vertrags
gemäße Teilung nach der Kopfzahl gegangen würde. Eine weitere
Schwierigkeit bot die Anwendung der Gemeinschaftlichkeit der
Konsumtionssteuern in Bayern auf das Bier. Preußen erzielte
von seinem Biere kaum 1300 000 Taler an Steuern oder
3 Sgr. pro Kopf, Bayern dagegen in seinem rechtsrheinischen Ge