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Eisen- und Stahlschiffbau: Baumaterial.
Holzschiffbau, normal zur Längsschiffebene gerichtet ist, der andere jedoch an der Außen
haut des Schiffes anliegen und daher dem Winkel zwischen Außenhaut des Schiffes und
dessen Querschnitt entsprechen muß, so muß der Spantwinkel mit dem querschiffs ge
richteten Schenkel genau nach der Spantform gebogen werden, während der längsschiffs
gerichtete Schenkel zu gleicher Zeit dem Verlauf der Außenhaut entsprechend Schmiege
erhalten muß. Das Schmiegen besteht fast durchweg in der Überführung des rechten
Winkels in einen stumpfen, um später die Niete zur Verbindung der Spantwinkel mit
den Außenhautpatten bequemer schlagen zu können, und daher werden die Spanten später
so aufgestellt, daß die Außenhautflanschen nach der Mitte des Schiffes gerichtet sind. Das
681. Elektrische Vokrinaschine. Nach „Engineering".
Biegen und Schmiegen der Spantwinkel erfolgt auf den sogenannten Richtplatten, schweren,
gußeisernen Platten, welche zum Befestigen von eisernen Pflöcken oder Bügeln mit einer
großen Zahl von Löchern oder länglichen Schlitzen versehen sind. Nachdem die Spant
winkel in einem besonderen Glühofen stark rotglühend gemacht sind, werden dieselben auf
die Richtplatten gezogen und im rotwarmen Zustande über eine Anzahl eiserner Pflöcke
gebogen, welche der Spantform entsprechend in den Löchern der Richtplatten vorher genau
festgesetzt sind. Hierbei muß der auf den Richtplatten liegende Winkelflansch auf diesen
stets fest anliegen, während der andere Flansch in derselben Hitze der Schmiege entsprechend
gerichtet wird. Der gebogene und geschmiegte Winkel wird durch besondere Bügel sowie
Keile bis zum Erkalten festgehalten. Da alle diese Arbeiten in einer Hitze erfolgen müssen
und das Bearbeiten der Winkel in blauwarmein Zustande für das Material ungünstig
ist, so erfordert das Biegen und Schmiegen der Spantwinkel eine sehr geübte Mannschaft.
Seit einigen Jahren verwendet man zum Schmiegen der Spantwinkel besondere Schmiege-
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