Object: Zur Geschichte und Theorie des Bergregals und der Bergbaufreiheit

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In Betreff der Urkunde 35a vom 5- Dezember 1064, welche sich 
außer an den von Böhlau aufgeführten Stellen auch sonst noch, so bei 
v. Koch-Sternfeld II 71 findet 1 , wird selbst von Böhlau und Waitz zu 
gegeben, daß ihre Ausstellung auf der Annahme des Salzregals be 
ruhe. König Heinrich IV. gestattet nämlich dem Pfalzgrafen Friedrich 
auf dessen eigenen Besitzungen „in loco hereditatis suae Sulza dicto“ 
„liberum exerceri mercatum“ eo jure, „in omnibus sc. monetis, telo- 
neis“, omnique regali districtu quo solent et debent merca- 
turae institui atque donari.“ „Insuper — so fährt die Urkunde hierauf 
fort — rogatu ejusdem Palatini comitis Cocturam salis ibi remisimus.“ 
Der Kaiser fügt noch hinzu: „tertiamque partem salis quele nos atti- 
git . . . . in proprium dedimus.“ 
Ein klarer Beweis, daß Salzwerke damals Regalien waren, wird 
kaum denkbar sein. Nimmt man das vorstehend Entwickelte hinzu, 
so wird man, da für die plötzliche Anmaßung eines Salzregals durch 
Heinrich IV. kein Anhalt gegeben ist, für richtig halten, daß das Salz 
regal, wie es Heinrich IV. ausübte, auch schon Karl dem Großen zu- 
stand. Bemerkt ist schon, daß der Kaiser dem Pfalzgrafen nicht 
überall, sondern nur in Sulza das Salzrecht erteilt. 
Die Urkunde 3b 2 vom Jahre 1024 dient Böhlau wiederum als Be 
weis gegen die Regalität, während Pfeffinger 8 umgekehrt sie für die 
Regalität der Salinen ins Feld führt. Die letztere Auffassung scheint 
richtiger. Die Urkunde ist nämlich vom Erzbischof zu Köln bei Ge 
legenheit der Stiftung der Abtei Saalfeld ausgestellt und dabei erwähnt 
worden, daß diese auch Regalien erhalten soll. 
„dedimus* ei potestatem venandi navalia faciendi et qualibed 
utilitate in ea (majori sylva, Forstwald dicta) fruendi.“ Außerdem 
schenkt der Erzbischof „in Salinis Frankenhusen quatuor Sarta- 
gines.“ 
Nun würde es gar nicht einmal auffallend sein, wenn dem Erz 
bischof, wäre er in der Tat Besitzer von Frankenhausen, auch durch 
kaiserliches Privilegium die dortigen Salzwerke übertragen worden 
wären, da bekanntlich schon seit Ludwig dem Frommen die Geistlich 
keit meist alles von den Kaisern übertragen erhielt, was in deren Be- 
1 S. auch Waitz VIII 274, Anm. 3. 
2 Vgl. auch v. Koch-Sternfeld S. 71. 
3 J. F. Pfeffinger, Vitriarii institutionum juris publici . . . tom Gothae 
V25, p. 1447. 
1 Lünig, Deutsches Reichsarchiv III 840, Titel Saatfeld § 1.
	        
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