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Das Kapital.
Die praktischen Beispiele von Bilanzen zeigen die in der Praxis
gehandhabte unterschiedliche Anordnung. Die einmal getroffene
Ordnung soll ohne zwingende Gründe nicht geändert werden.
Der rechtliche Inhalt der Inventarbilanz ist genügend ge
kennzeichnet; der wirtschaftliche möge durch die vorstehende
Aufstellung erläutert werden *).
Die Passivseite einer Vermögensbilanz zeigt, auf welchem
Wege der Unternehmer sich die Mittel zum Betriebe seiner Unter
nehmung beschafft hat, sowie das Größenverhältnis zwischen
fremden und eigenen Mitteln. Die Aktivseite hingegen gibt an,
wie diese Mittel verwendet wurden. In dieser (subjektiven) Auf
fassung steht das werbende Kapital rechts, das erworbene links.
Vom Standpunkt der Unternehmung aus betrachtet, bilden die
Betriebsmittel (links) das dem Erwerbszwecke dienende, das
„werbende“ Kapital (objektive Auffassung). Technik und Kritik
der Bilanzen sind ausführlich im 2. Bande behandelt.
3. Abschnitt.
Vermögens- und Kapitalbildung, Kapitalverbrauch.
I. Kapital im Sinne der B. — eigenes Kapital, eigene Mittel,
Reinvermögen — ist der Wertunterschied zwischen Vermögen und
Schulden. In der Regel ist es eine Rechnungsgröße, das Ergebnis
einer Subtraktion, und nicht als ein selbständig vorhandener
Güterkomplex greifbar. Das Subtraktionsergebnis ist von der
Richtigkeit der beiden anderen Größen abhängig. Ist eine
der beiden falsch berechnet, ist auch das berechnete Kapital
falsch. Ob das berechnete Kapital tatsächlich vorhanden ist, hängt
wiederum von der Bewertung des Vermögens und der Schulden
ab. Bücherabschluß und Schlußbilanz haben bei fortgesetztem
Geschäftsbetrieb nur die Bedeutung einer Rechnungsoperation
von größerer oder geringerer Richtigkeit. Es sind Wahrscheinlich
keitsrechnungen, die je nach Absicht und gutem Willen des Be
rechnenden optimistisch oder pessimistisch sind. Eine dritte
unparteiische oder unbeteiligte Person wird unter gleichen Ver-
i) Ausführlicher in der Privatwirtschaftslehre, § 60.