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Die Oberförsterei Rücot und Stenschow gehört dem Großherzog von Sachsen,
sie brachten 1909 116 031 Mk. Einnahmen, Ausgaben 56 000 Mk.; also reiner
Gewinn 60031 Mk. oder über 100 Prozent.
Gräfin .von der Schulenburg, Filehne, nahm aus ihren Waldungen ein
329 000 Mk., Ausgaben 120000 Mk., bleibt ein Ueberfchuß von 209000 Mk.
Wir wollen nicht ungerecht sein und etwa nur oft- und westpreußischen
und posenschtzn Forstbesitzern in die Geldbeutel sehen, schauen wir einmal zu,
was aus Brandenburger Privatforsten für Goldströme fließen. Nur zwei be
liebig herausgegriffene Beispiele:
Graf v. d. Schulenburg (Lieberose) nahm 1909 aus seinen Forsten 297 000
Mark ein, auszugeben hatte er dafür 111000 Mk., es blieb ihm also ein
„geringer" Ueberfchuß von 186000 Mk.
Die von Waldow und Reitzenstein (Königswalde) nahmen aus ihren Wal
dungen für ?37 000 Mk. Wert heraus, hineinzustecken hatten sie 90000 Mk.,
es verblieb also ein Gewinn von „nur" .247000 Mk. Für die „erdrückende"
Arbeiterversicherung mußten — erschrick nicht, lieber Forstarbeiter — 732 Mk.
ausgegeben werden!
In Schlesien ist es ebenso, auch in Schleswig-Holstein. 'In Westfalen, in
Hessen-Nassau und sonst überall sieht es nicht anders aus.
Die Forstwirtschaft wird entweder für sich allein oder in Gemeinschaft mit
der Landwirtschaft belrieben. In Preußen waren im Jahre 1907 460605 Be
triebe, die in Gemeinschaft mit der Landwirtschaft betrieben wurden. 9552 Be
triebe waren reine Forstbetriebe.
Bon diesen 460207 Betrieben waren 450 326 Privat- und Stiftungsforsten,
1050 Staats- und Kronforsien und 8831 Gemeindeforsten.
Die große Zahl der Kleinbetriebe ist auffallend. Bon den gesamten 460207
Forstbetrieben in Preußen waren 405094 Kleinbetriebe mit einer forstwirt
schaftlich benutzten Fläche von unter 1 Hektar bis zu 10 Hektar. Bon diesen
befinden sich im Privatbesitz 402113 Betriebe. 84 Betriebe waren Staats
und Kronforsten und 2897 Betriebe waren im Besitz von Gemeinden.
Die Betriebe mit Forstbesitz in Preußen nach der Größe
im Jahre 1907:
Privat-
und
Staats- und
Gemeinde-
Größenzahl nach der
Stlftungsforsten
Kronforsten
forsten
forstwirtschaftlich
Zahl b
r B e t r i
eb e mit F
o r st b o s i t,
denntzten Fläche
mit
ohne
„ mit
ohne
mit
ohne
niit
ohne
Landwirtschaft
Landwirtschaft
Landwirtschaft
Landwirtschaft
Unter 1
ha
183 302
840
182 759
592
13
530
248
1 ha
bis
2
ha
79 547
578
79 261
281
18
i
268
296
2 „
n
10
tr
139 319
1508
138 662
558
48
4
609
946
10 „
20
„
26 075
926
25 820
268
28
9
227
64!»
20 „
„
100
„
17 435
2 430
16 861
433
35
19
539
1978
100 „
u
200
„
2 036
1116
1780
178
10
26
246
912
200 „
500
1 742
1022
1489
243
14
34
239
745
500 „
„
1000
591
369
507
141
12
39
72
189
1000 „
„
2000
n
267
245
199
84
36
94
32
67
2000 „
„
5000
„
261
395
97
61
150
316
14
18
über 5000 ha. . .
80
123
29
23
48
96
3
4
450 655
9 552
447 464
2 862
412
638
2 779
6 052
460 207
450 326
1 050
8 831
Der Wald bringt, wenn er als Großbetrieb bewirtschaftet wird, die höchsten
Erträge. Infolge des Bestehens der vielen Kleinbetriebe kann man mit Recht
sagen, daß die Bewirtschaftung der deutschen Waldungen nicht vorteilhaft ini