triebsobleute keinen ungeschickten Weg, mag man selbst
auch zu ihm stehen wie man wolle.
Die rechtzeitige Einstellung von Arbeitskräften vermag
nur dann zu erfolgen, wenn dem Arbeitsbüro schon früh
der zukünftige Beschäftigungsgrad bekannt ist. Denn analog
den Lieferzeiten für bestellten Rohstoff bedürfen wir
auch hier um so längerer Fristen, je besser die industrielle
Wirtschaftslage ist. Bei anziehender Konjunktur werden oft
selbst in Industriegegenden die freien Arbeits-, und zwar besonders
die Fachkräfte sehr schnell aufgesogen, und wer
nicht frühzeitig seinen Arbeiterstamm erweitert und sich
so genügend Arbeiter gesichert hat, muß dann mit der
minderen Qualität vorlieb nehmen, die am längsten den
Arbeitsmarkt belastet. Da der frisch eingestellte Mann fast
nie sofort dem bereits länger mit dem Betrieb Vertrauten
gleichwertig ist, sondern stets erst einer längeren Einarbeitung
bedarf, ist es von doppelter Wichtigkeit, rechtzeitig
für genügende Arbeitskräfte zu sorgen. Das gleiche gilt
umgekehrt bei notwendigen Entlassungen, die so früh einsetzen
sollen, daß nicht erst durch das Anwachsen der unproduktiven
Ausgaben die Betriebsleitung auf die Notwendigkeit
einer Einschränkung hingewiesen wird. Auch
hier ist Kenntnis der zu erwartenden Beschäftigung unerläßlich.
Obige Überlegungen gelten verschärft für industriearme,
halb ländliche Gegenden, in denen ein gewisser
Arbeitermangel auch in stillen Zeiten fast nie erlischt. Hier
genügt es nicht, auf die Arbeiteranforderungen der einzelnen
Meister zu warten, sondern die Betriebsleitung selbst muß
hier frühzeitig regulierend eingreifen.
Die Arbeiterannahme. Die Versorgung mit Arbeitskräften
geschieht entweder durch den freien Markt,
d. h. durch Bekanntmachung am Fabriktor: „Heute werden
eingestellt: Dreher, Schleifer, Werkzeugmacher““, bei bestimmten
Facharbeitern nicht selten auch durch Inserate
oder durch den öffentlichen Arbeitsnachweis, dessen Benutzung
oft Vorschrift ist und der in seiner behördlich-paritätischen
Zusammensetzung die Arbeitsnachweise der Arbeitgeber-
und Arbeitnehmerorganisationen mehr und mehr
verdrängt.