Full text : Dem Reichsverband der deutschen Volkswirte (R. D. V.) zur Feier seines 25jährigen Bestehens zu Berlin im Februar 1927 gewidmet von der Friedrich List-Gesellschaft

den. Der Berichterstatter wendet sich an alle Anwesenden mit der
Bitte, in den ihnen nahestehenden Kreisen für die Ziele der Gesellschaft
 tatkräftig zu werben und zur Aufbringung der notwendigen
Mittel behilflich zu sein.
In der Aussprache über den Bericht weist Geheimrat Siegismund
 darauf hin, daß es für eine größere Zahl von Interessenten
eine zu große Belastung darstellt, wenn ihnen gleichzeitig mit dem
Erwerb der Mitgliedschaft die Verpflichtung zur Subskription der
Ausgabe auferlegt wird; er rät zu einer Änderung von $ 5 Abs. 2 der
Satzungen, um der Gesellschaft eine Ausdehnung ihres Mitgliederstandes
 zu ermöglichen. Staatsminister Saemisch erwidert ihm, daß
bereits vom geschäftsführenden Vorstand eine Trennung von Mitgliedschaft
 und Subskription erwogen wurde, daß ferner, um das Interesse
 der Mitglieder wachzuhalten, die Ausgabe von Mitteilungen in
zwangloser Folge geplant ist. Herr Siegismund begrüßt die „Mitteilungen‘“
 besonders warm und verspricht sich hiervon eine wesentliche
 Förderung der Mitgliederwerbung. Es wird einstimmig beschlossen,
 der nächsten Mitgliederversammlung eine Satzungsänderung vorzuschlagen,
 derart, daß der Erwerb der Mitgliedschaft zur Subskription
 zwar berechtigt, jedoch nicht verpflichtet.
Der Vorsitzende schließt hierauf die Aussprache über den Vorstandsbericht
 und erteilt das Wort Herrn Dr. Sommer - Heidelberg
zu einem Vortrag über „Die Bedeutung der Pariser Preisschrift
 Friedrich Lists“. Da der Vortrag in Nr. 3 dieser
„Mitteilungen‘“ in extenso erscheinen wird, muß hier auf eine Wiedergabe
 seines Inhalts verzichtet werden. Nur sei der außerordentlich
 starke Eindruck festgehalten, den sämtliche Anwesenden von dem
ihnen geschilderten Inhalt der Preisschrift und von dem ausgezeichneten
 Vortrag Dr. Sommers empfingen; die Überzeugung war allgemein,
 sowohl daß durch diesen Fund die List-Ausgabe eine ganz besondere
 Bedeutung erhält, als auch daß die Bearbeitung in keine bessere
 Hand hätte gelegt werden können.
Anschließend begaben sich um ı Uhr sämtliche Anwesenden zur
Berliner Universität, wo die alte Aula für die Friedrich List-Gesellschaft
 festlich hergerichtet war. Ein erlesenes Publikum hatte sich
eingefunden, um an der ersten öffentlichen Veranstaltung der Friedrich
 List-Gesellschaft teilzunehmen. Neben den Herren des Vorstandes
 bemerkte man Vertreter aller wichtigen Reichs- und Landesbehörden,
 so Ministerialdirektor Brecht als Vertreter des Reichsministers
des Innern, Ministerialdirektor Hoffmann als Vertreter des Reichsministers
 für Ernährung und Landwirtschaft, Ministerialrat v. Rottenburg
 als Vertreter des preuß. Kultusministers, Staatssekretär Vogt als
Vertreter der Reichsbahngesellschaft, dazu Reichsbahndirektor Dr.
Kittel und Reichsbahndirektor Dr. Homberger; ferner namhafte Vertreter
 der Universität, der Handelshochschule und der technischen
Hochschule, der Berliner und der auswärtigen Presse; schließlich eine
große Zahl von Einzelpersonen, sowohl Studierende wie Angehörige
der Geschäftswelt.
            
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