Darüber hinaus haben kostensteigernd folgende Faktoren gewirkt:
a) Zunahme der Teufe,
b) Zunahme des Kraftverbrauchs,
c) Erhöhung der Strompreise usw. durch die Monopolisierung der
Elektrizitätswerke,
d) Zunahme des Sprengstoffverbrauchs,
e) Steigerung der sozialen Lasten,
f) Erhöhung der konstanten Betriebsunkosten durch Mechanisierung,
g) Erhöhung der Zinsen- und Steuerlasten.
Den kostenerhöhenden Faktoren steht als — allerdings wesentliches
— kostenverbilligendes Moment die Leistungssteigerung infolge
Mechanisierung und Rationalisierung gegenüber, ohne jedoch die ungünstigen
Auswirkungen der vorgenannten kostensteigernden Faktoren
auch nur annähernd ausgleichen zu können.
Nach meinen Errechnugen sind im Siegerland die Gestehungskosten
— ohne Einbeziehung der Abschreibungen — um 27,5 °/, gestiegen, im
Lahn-Dill-Gebiet und in Oberhessen um 37,6 °/,.
Auf der Erlösseite zeigt sich, daß im Siegerland — trotz Außerachtlassung
der Absatzprämie — eine Steigerung des Erlöses gegenüber
1913 um etwa 3,7 °% zu verzeichnen ist‘), daß hingegen im Lahn-Dill-Gebiet
und in Oberhessen die Erlöse in 1926, ebenfalls ohne Absatzprämie,
etwa 10,8 °/, unter den Erlösen von 1913 liegen.
Trotz der relativ höher gestiegenen Kosten im Lahn-Dill-Gebiet
und in Oberhessen und des Rückganges des Erlöses gegenüber 1913 ist
die Auswirkung auf den Ertrag absolut kaum ungünstiger als im
Siegerland, da die durchschnittliche Gewinnspanne in 1913 im Lahn-Dill-Gebiet
einschließlich Oberhessen wesentlich höher war als im
Siegerland (38,5°/, gegenüber 10,7°/, bezogen auf die Gestehungskosten).
Im einzelnen wirken sich natürlich die kosten- und erlössteigernden
und -mindernden Elemente ziffernmäßig bei den einzelnen Gruben und
Konzernen verschieden aus, zumal bis zu einem gewissen Grade ein
Ausgleich in der Hand der Leitung der Konzerne durch Verschiebung
des Verhältnisses der produktiven und unproduktiven Arbeiter (z.B. in
der Höhe des Ausmaßes der Vornahme von Aus- und. Vorrichtung) liegt.
Als wesentlichstes Gesamtergebnis der Untersuchung ist demnach festzuhalten:
Unter Berücksichtigung der unbedingt als Unkostenfaktor zu betrachtenden
Abschreibungen ist im Durchschnitt in 1926 sowohl im
Siegerland als im Lahn-Dill-Gebiet einschließlich Oberhessen ein Gewinn
trotz der Absatzprämie nicht erzielt worden. Wohl sind einzelne
Gruben vorhanden, deren Ergebnis positiv ist, aber die große
Masse der mit Zubußen arbeitenden Werke brinet für den Gesamt-A
Hierbei ist allerdings zu berücksichtigen, daß sich das Verhältnis auf Rohspat
bezieht, welcher am Gesamtabsatz nur geringfügig beteiligt ist. Vergleicht man
dagegen die Preise für gerösteten Spat, so ergibt sich sogar eine Preissenkung von
etwa 3,9 % gegenüber 19138,
{26