Full text : Die Rohstoffversorgung der deutschen eisenerzeugenden Industrie

Das Produkt der Lindener Mark ist ebenfalle ein mulmiges, sehr
manganreiches Brauneisenerz, in dem Stückerze reiner Manganmineralien
 enthalten sind. Die Gehalte an Eisen und Mangan variieren
um je 20°. .
Die Vorratsermittlung für diese Lahn-Dill-Erze einschließlich der
Manganeisenerze ist, wie aus dem Gesagten hervorgeht, noch schwieriger
 als die der Siegener Lagerstätten, da es sich um die verschiedenartigsten
 Ausbildungsformen mit mannigfach wechselnder Begrenzung
handelt und von großen Teufen nicht die. Rede sein kann: Trotzdem
hat man versucht, durch Berechnung des Erzkörpers der einzelnen Vorkommen
 die Vorratsmenge zu ermitteln. Dabei hat sich herausgestellt,
daß die in dem oben umrissenen Gebiete anstehenden Erze an Masse
die Vorräte des Siegerlandes weit übertreffen. .
Allein an Vorräten in der Dillmulde ergeben sich über 100 Millionen
Tonnen, wozu noch 50 bis 60 Millionen Tonnen der Lahnmulden
kommen. Neben diesen geschichteten Rot- und Brauneisensteinen: berechnen
 sich für die mulmigen Manganeisenerze weitere 50 bis 60 Millionen
 Tonnen, wobei die Mengen der Lindener Mark und des Bingerdrücker
 Vorkommens mit eingeschlossen sind.
Aus diesen Zahlen geht hervor, daß bei einer Förderung, die 1913
etwa 1500000 Tonnen betrug, noch mit einer erheblichen Dauer des
dortigen Bergbaues gerechnet werden kann und eine Lebensdauer von
L00 Jahren niedrig geschätzt ist.
Es geht weiter daraus hervor, daß in diesem Gebiete, allerdings
mit großem Geldaufwand und erheblichem Risiko, stärkere Reserven
geschaffen werden können, Reserven. wie sie für Notzeiten durchaus
arwünscht sind.
Die Wirtschaftsentwicklung geht der des Siegerlandes parallel.
1913 wurden, wie erwähnt, etwa 1*/, Millionen Tonnen versandfähige
Erze erzeugt. Diese erzielten — nach den Ermittlungen der Prüfungskommission
 — bei 8,06 M. Selbstkosten und einem Verkaufspreis von
11,86 M. einen Bruttoüberschuß von 3,10 M. Dieser Bruttoüberschuß
ist 1926 bei 11,09 RM. Selbstkosten und 11,95 RM. Verkaufserlös
einschließlich 2 RM. Absatzprämie auf 0,86 RM. oder um 80 % zurückgegangen.

Während.die Kosten bis 1926 um 37,6 °% gestiegen sind, bezifferte
sich die Erlössteigerung unter Einschluß der Absatzprämie nur auf
7,1 %, bzw. der durchschnittliche Erlös ohne Prämie lag 10°% unter
dem vor dem Kriege erzielten Preise. Der Tiefstand lag ebenfalls im
Mai 1926. in welchem Monat gefördert wurden:
im Lahn-Dillgebiet in Oberhessen zusammen
rund 32000 Tonnen rund 11000 Tonnen 43000 Tonnen
während im Mai 1927
im Lahn-Dillgebiet in Oberhessen zusammen
63 400 Tonnen 928600 Tonnen 87 000 Tonnen
gefördert wurden.
Über die Wirkungen der staatlichen Hilfsmaßnahmen in diesem
Gebiet gibt die Tabelle Auskunft:

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