Full text: Grundzüge der Theorie der Statistik

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verbietet sich stets jegliche Schlußfolgerung ; faßt man jedoch sämt- 
liche drei Daten zusammen, deren jede wieder etwas über die zehn 
einzelnen Lebensjahre aussagt, so gelangt man zu einem genauer be- 
gründeten Resultat, da die Abweichung jetzt mehr als das Dreifache 
des mittleren Fehlers beträgt. Aus vielen Einzeldaten wird also 
ein Gesamtergebnis, das als zuverlässig betrachtet werden kann 
(vgl. $ 150). 
345. Die Methode der erwarteten Anzahl läßt sich auch dann 
anwenden, wenn das Material in der Weise einseitig ist, daß man 
nur die Verteilung der den Zähler der Relativzahlen bildenden Be- 
obachtungen, nicht aber die Gliederung der in den Nenner eingehenden 
Beobachtungen kennt. In dem im $ 340 behandelten Beispiel wurde 
angenommen, daß man die Altersgliederungen der Volkszahlen, be- 
züglich der Sterbefälle jedoch nur die Gesamtzahl, nicht die Ver- 
teilung nach dem Todesalter kannte. Wird dagegen angenommen, 
daß hinsichtlich der Rechtsanwälte die Verteilung der Sterbefälle 
nach dem Alter (die Zähler der Sterblichkeitsquotienten der Rechts- 
anwälte), bezüglich des Bestandes aber, aus dem diese Sterbefälle 
stammen, nur die Gesamtzahl und nicht ihre Verteilung auf die ent- 
sprechenden Altersklassen, also auch nicht die Größe der Sterblich- 
keit auf diesen Stufen, bekannt ist, dann kann man berechnen, wie- 
viel Lebensjahre der auf jede Altersklasse entfallenden Anzahl von 
Sterbefällen entsprechen werden, wenn die Sterblichkeit unter den 
Rechtsanwälten derjenigen der Gesamtbevölkerung auf den entsprechen- 
den Altersstufen entspräche. Es ergibt sich dann folgendes Resultat: 
Entsprechende 
Sterbefälle keitsquotien‘ Anzahl Lebens. 
jahre 
10 000 
11 640 
14 266 
9869 
45 775 
7 ht 
Faktisch ist indes die Zahl der Lebensjahre für sämtliche Alter 
60087. Wenigstens in einem Teil des Altersintervalls von 25—65 
Jahren muß die Sterblichkeit bedeutend unter der der Gesamt- 
bevölkerung liegen; denn die 643 Sterbefälle stammen von einer er- 
heblich viel größeren Anzahl von Lebensjahren als der berechneten 
Anzahl, welche nur 76%, der beobachteten beträgt. Man findet also 
ungefähr dieselben Verhältniszahlen wie oben beim Vergleich zwischen 
der berechneten und der beobachteten Anzahl von Sterbefällen.
	        
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