533
verbietet sich stets jegliche Schlußfolgerung ; faßt man jedoch sämt-
liche drei Daten zusammen, deren jede wieder etwas über die zehn
einzelnen Lebensjahre aussagt, so gelangt man zu einem genauer be-
gründeten Resultat, da die Abweichung jetzt mehr als das Dreifache
des mittleren Fehlers beträgt. Aus vielen Einzeldaten wird also
ein Gesamtergebnis, das als zuverlässig betrachtet werden kann
(vgl. $ 150).
345. Die Methode der erwarteten Anzahl läßt sich auch dann
anwenden, wenn das Material in der Weise einseitig ist, daß man
nur die Verteilung der den Zähler der Relativzahlen bildenden Be-
obachtungen, nicht aber die Gliederung der in den Nenner eingehenden
Beobachtungen kennt. In dem im $ 340 behandelten Beispiel wurde
angenommen, daß man die Altersgliederungen der Volkszahlen, be-
züglich der Sterbefälle jedoch nur die Gesamtzahl, nicht die Ver-
teilung nach dem Todesalter kannte. Wird dagegen angenommen,
daß hinsichtlich der Rechtsanwälte die Verteilung der Sterbefälle
nach dem Alter (die Zähler der Sterblichkeitsquotienten der Rechts-
anwälte), bezüglich des Bestandes aber, aus dem diese Sterbefälle
stammen, nur die Gesamtzahl und nicht ihre Verteilung auf die ent-
sprechenden Altersklassen, also auch nicht die Größe der Sterblich-
keit auf diesen Stufen, bekannt ist, dann kann man berechnen, wie-
viel Lebensjahre der auf jede Altersklasse entfallenden Anzahl von
Sterbefällen entsprechen werden, wenn die Sterblichkeit unter den
Rechtsanwälten derjenigen der Gesamtbevölkerung auf den entsprechen-
den Altersstufen entspräche. Es ergibt sich dann folgendes Resultat:
Entsprechende
Sterbefälle keitsquotien‘ Anzahl Lebens.
jahre
10 000
11 640
14 266
9869
45 775
7 ht
Faktisch ist indes die Zahl der Lebensjahre für sämtliche Alter
60087. Wenigstens in einem Teil des Altersintervalls von 25—65
Jahren muß die Sterblichkeit bedeutend unter der der Gesamt-
bevölkerung liegen; denn die 643 Sterbefälle stammen von einer er-
heblich viel größeren Anzahl von Lebensjahren als der berechneten
Anzahl, welche nur 76%, der beobachteten beträgt. Man findet also
ungefähr dieselben Verhältniszahlen wie oben beim Vergleich zwischen
der berechneten und der beobachteten Anzahl von Sterbefällen.