Full text : Ueber die Möglichkeit einer volkswirthschaftlichen Harmonie

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Niemals  darf  man  die  Idee  des  „Rechts  auf  Arbeit“  aufkommen
  lassen.  Der  Arbeiter  hat  in  dieser  Beziehung  der  Gesammtheit
  gegenüber  weiter  kein  Recht  als  das  auf  einen
freien  Spielraum  für  seine  Thätigkeit;  dieses  Recht  ist  aber
auch  unverletzlich,  solange  die  Rechte  Dritter  unangetastet
bleiben.  Der  gewöhnliche  Lohnarbeiter  hat  meistens  kein  anderes ­
  Eigenthum  als  das  seiner  Handarbeit,  und  jede  Beschränkung ­
  dieser  kommt  einer  Beschränkung  des  Privateigenthums
gleich.
In  Betreff  der  Ausartungen  der  freien  Concurrenz  kann
der  Staat  nur  in  seltenen  Fällen  mit  Erfolg  direct  und  zwangsweise ­
  eingreifen  und  sollte  in  dieser  Beziehung  mit  der  höchsten
Vorsicht  verfahren.  Die  Wuchergesetze,  Lohnsätze,  Marktbeschränkungen ­
  etc.  haben  meistens  die  der  beabsichtigten  entgegengesetzte ­
  Wirkung  hervorgebracht.  Börsen-,  Wechselfähigkeits-,
  Gewerbebeschränkungs-Gesetze  werden  niemals  ihren
Zweck  erreichen.
Von  gleicher  Wichtigkeit  für  alle  wirthschaftlichen  Classen
ist  die  Aufrechterhaltung  der  Ruhe  und  Ordnung  im  ganzen
Staatsgebiet,  die  rasche  und  unparteiische  Rechtspflege,  die
billigen  Verkehrs-  und  Transport-Anstalten.  Nur  solche  Staaten,
welche  diese  Wohlthaten  bieten,  können  sich  im  lunern  entwickeln ­
  und  aus  dem  internationalen  Verkehr  zugleich  Nutzen
ziehen.  Nur  solche  Staaten  können  erwarten,  ihre  wirthschaftliche
  Harmonie  dadurch  zu  schaffen,  dass  sie  aus  dem  Auslande ­
  je  nach  Bedürfniss  Capitalien  oder  Arbeitskräfte  herbeiziehen. ­
  Es  sollte  daher  jeder  Staat  alle  seine  Kräfte  zur  Anwendung ­
  bringen,  um  jene  drei  Vorbedingungen  der  Cultur  zu
verwirklichen.
Ferner  ist  von  grösstem  Interesse  für  jeden  Einzelnen  und
für  die  gesammte  Volkswirthschaft  eine  freihändlerische  Politik.
Nur  durch  den  Freihandel  wird  es  möglich,  dass  wir  aus  den
Fortschritten  fremder  Volkswirth  sch  affen  Nutzen  ziehen.  Nur
durch  den  Freihandel  wird  es  möglich,  dass  sich  unsere  Ar-
            
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