Full text : 10 Jahre Wiederaufbau

„Furioso”, Hengst

Betrieb auf die Leistungsrassenzucht. Geboten ist dieser
Prozeß durch die Erkenntnis einer wichtigen wirtschaftlichen
 Notwendigkeit und ermöglicht wird er
durch die in den letzten Jahren immer mehr zunehmende
 Verwendung von Zuchtmaterial aus anerkannten
 Leistungsstämmen, die wiederum aus den
zahlreichen Leistungszuchtstationen hervorgehen. Die
Tätigkeit und die Erfolge des Wettlegehofes in Klosteraeuburg
 können als mustergültig bezeichnet werden.
Die bodenständigen Rassen der Altsteirer und Sulmtaler
 haben sich vorzüglich bewährt, außerdem hat
sich von den leider viel zu zahlreichen Geflügelrassen
jene der Rhodeländer als besonders nutzbar erwiesen.
Die Zusammenfassung der einzelnen Geflügelzuchtvereine
 und -verbände im ganzen Bundesgebiete
in eine einheitliche Organisation ist in Aussicht
 genommen und es steht zu erwarten,
daß die großzügige Aufklärungsarbeit einer
solchen Vereinigung in Verbindung mit den
geeigneten Förderungsmaßnahmen die Gelügelzucht
 in rascher Folge einen großen
Schritt nach vorwärts bringen wird.
Die österreichische Fischereiwirtschaft
wurde durch die Verwüstungen der Kriegsund
 Nachkriegszeit außerordentlich schwer
getroffen; die Gewässer sind durch Raubwirtschaft,
 Fischdiebstahl in großem Maßstabe,
 durch Mangel an Pflege und Einsatz
 teilweise fast fischleer geworden. Blüıende
 Fischzuchtanstalten sind zugrunde
gegangen. In Ermanglung ausreichender
Mittel war der Wiederaufbau schwierig,
doch ist die aufsteigende Entwicklung unverkennbar.
 In den Alpenländern, in denen
die Produktion lachsartiger Fische in Seen
and Fließwässern die erste Rolle spielt,

sind mehrere Landes-Fischzuchtanstalten
zur Besetzung der Gewässer geschaffen
worden, so die oberösterreichische Landes-Fischzuchtanstalt
 in Gschwendt, die Tiroler
Landes-Fischzuchtanstalt in Thaur, ferner
die Anstalt der Sportfischervereinigung
Kärnten in Klagenfurt. Mit Unterstützung
des Bundesministeriums ist ferner im laufenden
 Jahre die fischereibiologische Station
in Weißenbach am Attersee gegründet
worden. Die heutige Karpfenproduktion
Oesterreichs beträgt auf 2400 Hektar
Fläche etwa 3000 Zentner, somit schon
rund ein Viertel des Inlandsbedarfes. Bei
dieser Gelegenheit müssen auch die Bestrebungen
 zur Bekämpfung der leider sehr
häufigen und gefährlichen Verunreinigung
und Vergiftung der Fischwässer, besonders
durch Fabriksabwässer, hervorgehoben
werden.
Die Bienenzucht hat unter den schon
'eit Jahren unbefriedigenden Trachtverhältnissen geliten,
 daher im Stande der Bienenvölker eine Abnahme
ngetreten sein dürfte. Durch die Vereinigung aller bestehenden
 Bienenzuchtorganisationen im Imkerbund für
esterreich sowie in der Imkergenossenschaft wurde ein
yedeutsamer Schritt zur Vereinheitlichung der züch-‚erischen
 und bienenwirtschaftlichen Ziele getan. Der
mkerbund verfügt über eine große Anzahl von tüchtigen
3ienenwanderlehrern, die, an einer eigenen Imkerschule
wusgebildet, eine eifrige Aufklärungstätigkeit ausüben.
/olle Aufmerksamkeit wird der Bekämpfung der leider
stark verbreiteten Bienenseuchen geschenkt und Vorsorze
 getroffen, den Stand der Bienenvölker zu ergänzen,
zw. zu erhalten, sowie die Tracht der Bienen durch
\npflanzung honigliefernder Gewächse zu steigern.

ıhn*. Keller. v

Gestütshengst „Cidran XXXIV-
            
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