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FTIERZUCHT UND MILCHWIRTSCHAFT
Von Sektionschef Dr. Wilhelm Liebscher.
Vor dem Kriege stand die Tierzucht der öster-
°eichischen Alpenländer auf anerkannt hoher Stufe.
Die meisten der vorhandenen Rinderrassen näherten
ich dem Standard der modernen Kulturrassen, das
Pinzgauer Pferd wurde zu einem vorzüglichen Typ
des schweren Pferdes; die in rascher Zunahme be-
3riffene Schweinezucht stellte sich auf Rassenquali-
ätszucht ein, die Zucht des bodenständigen Alpen-
ichafes gewann an Verbreitung und auch die Geflügel-
zucht nahm der Zahl und Beschaffenheit nach einen
jehr erfreulichen Aufschwung. So waren auf dem
Gebiete des heutigen Bundesstaates Oesterreich An-
sätze für die beste und erfolgreichste Entwicklung der
?nzelnen Viehzuchtzweige gegeben, als plötzlich durch
den Krieg und die Nachkriegszeit ein Rückschlag
dntrat, der den vollen Zusammenbruch eines der
Wichtigsten Teile der Landwirtschaft befürchten ließ.
Die Stückzahl der Rinder war zu Ende jener schreck-
lichen Zeit um etwa 16 9%, jene der Schweine um
43° und auch die Zahl der Pferde war beträchtlich
zurückgegangen. Doch war es besonders beim Rind-
viehstand nicht so sehr die zahlenmäßige Einbuße, als
vielmehr die Veränderung in der Art der Qualität
iberhaupt, welche zu Besorgnissen Veranlassung gab.
%s fehlte an den nutzbaren Kategorien, daher an
Cühen, Zuchtstieren und Gebrauchsochsen, dafür
varen mehr Jungvieh und Kälber vorhanden. Infolge
ahrelangen Mangels planmäßiger Zuchtarbeit sowie
nfolge der fortgesetzten, oft wahllosen Antorderungen
‚ester Zuchtstücke zu Schlachtzwecken nahm der
zute Zuchtviehstand immer mehr ab; um Ersatz zu
chaffen, wurden die anfallenden Kälber oft ohne
lücksicht auf ihre Eignung zur Weiterhaltung ver-
vendet. Jahrelang. bestanden die größten Schwierig-
zeiten hinsichtlich der Futterversorgung, weshalb es
<am, daß schließlich zumeist alte, abgenützte Kühe,
zahlreiche Kümmerer und rasselose Tiere sowie über-
viegend Jungvieh vorhanden war, daß es aber ins-
»esondere an den notwendigsten Zuchtstieren fehlte.
Voch trostlaser stand es mit der Schweinezucht, die
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