Full text : Die obligatorische Krankenversicherung

150 ERSTER TEIL
Ebenso verfuhren die Kantone Schaffhausen und Zürich; sie
haben in den die Übertragung betreffenden Gesetzen vom 10. Mai
und 6. Juni 1926 bindende Richtlinien für die Gemeinden aufgestellt,
 welche von der ihnen, erteilten Befugnis zur Einführung
der Pflichtversicherung Gebrauch machen wollen.
3. Endlich besteht eine Krankenpflichtversicherung für Schüler
in den. Kantonen Genf, Freiburg und Waadt auf kantonaler, in
den Kantonen Solothurn und Wallis auf kommunaler Grundlage.
Hier sollen nur die in den 4 Kantonen der ersten Gruppe eingeführten
 Systeme betrachtet werden, welche Krankenversicherungspflicht
 für Erwachsene vorsehen.

Das WEsEn DER KRANKENPFLICHTVERSICHERUNG

Die Krankenpflichtversicherung der Schweizer Kantone ist
eine Volksversicherung ; sie erstreckt sich auf die wirtschaftlich
schwachen Personen, ohne Rücksicht auf das Arbeitsverhältnis
und die Art der Berufstätigkeit. Der Kreis der Versicherten wird
grundsätzlich durch den Umfang ihrer Hilfsmittel bestimmt. Dieses
Kennzeichen gilt jedoch nicht für die sogenannten ,, Aufenthalter “‘.
Sie unterliegen dem Versicherungszwang ohne Rücksicht auf die
Höhe ihres Einkommens.
Die Einkommensgrenze für die Versicherungspflicht der Niedergelassenen
 oder Ortsbürger ist in den Kantonen Appenzell (Ausser-Rhoden
 und Inner-Rhoden), St. Gallen und Thurgau nach der
Höhe des Vermögens und des jährlichen steuerpflichtigen KEinkommens
 und im Kanton Basel-Stadt nach dem jährlichen Einkommen
 allein bemessen.
Die Grenzen sind im übrigen in den Kantonen sehr verschieden,
wie die nachstehende Tabelle zeigt :

——

JTahreseinkommensgrenze

Kanton

St. Gallen . . 0.044
Appenzell (Inner-Rhoden), .
» (Ausser-Rhoden)
Pagel-Stadt

Thurgau (wenn das Vermögen
weniger als 5.000 Fr. beträgt)

Für eine Person
allein

na

300
1.200
2.100
4... 500

3 500

Tür eine Familie

RP

300
2.000
2.100
6,000
500 für ein Kind

3 O0
            
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