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auch in der Glacegerberei für Handschuhfabrikation findet das geringe
Gefälle solcher Häute immer Aufnahme x ).
Eine ähnliche Rolle, wie die Katzenpelze spielen die Felle der
Kaninchen und Hasen; man machte sie weißgar zu Pelzen i) 2 * ), man
findet sie demgemäß auch jetzt noch in dieser Form in den kleinen Lohn
gerbereien, sie spielen eine, wenn auch geringe Rolle in der Glace
gerbung 8 * ), der größte Teil der Kaninchenfelle kommt aber wohl in
Deutschland in die Hutmachere * i 4 ), wo die Haare Verwendung finden,
während die enthaarten Häute dann in die Leimsiedereien wandern.
Hier verdient auch ein Hautmaterial erwähnt zu werden, über
dessen Herkunft die geschäftliche Nomenklatur immer wieder einmal sich
auseinanderzusetzen hat. Es ist die Haut der Ratten. Rattenfelle
werden wohl hin und wieder B ) in der Handschuhmacherei für kleine
Handschuhteile gebraucht 6 ), sie sind auch für gewisse Pelz- und Leder
arbeiten 7 ) tauglich, im allgemeinen aber ist der Ausdruck Rattenleder,
so selten er auch zu hören ist, doch nur eine Bezeichnung für Leder
aus anderen Tierhäuten 8 ).
Mit dieser Aufzählung ist die Zahl der in die Weißgerbereien ge
langenden Hautarten noch nicht erschöpft. Robben- und Seehunds-
selle *), oft in großen Mengen, gelegentlich die Haut des Moschustieres 10 )
«der die eines Elefanten “) werden ebenfalls in die Weißgerbereien ge
bracht, und selbst die Haut des Menschen wurde dem Gerbeprozeß
unterzogen. Köcher für Pfeile oder Kleidungsstücke ans Menschenhaut
in ethnographischen Museen oder in Berichten über ungesittete Sßölfer 12 )
nehmen wir als interessante Tatsachen hin, die eigentümliche medizinische
Dichtung des Mittelalters glaubte in gegerbter Menschenhaut ein vor
treffliches Medikament für gewisse Krankheiten zu erkennen 1S ), aber „es
ist eine das Gefühl empörende, gelehrte Ostentation, wenn in verschie
denen Lehrbüchern der Gerberei besondere Anleitungen zum Gerben der
Menschenhaut gegeben werden" "), um mit Gall zu reden, welcher zum
erstenmal im Anfang des 19. Jahrhunderts gegen die Anführung der
Menschenhaut als eines Objektes des Gerbeprozesses in den Technologien
i) Wiener 1904, S. 63. -) Schauplatz 1767, Bd. VI, S. 118.
3 ) Brüggemann 1876, S. 1. 4 ) Schönmann 1900, Nr. 40.
®) Brüggemann 1875, S. 1. 6 ) Ledermarkt 1893, S. 1235.
’) Gülich 1830, Bd. IV, S. 249.
8 ) Schuh und Leder 1904, Nr. 14, S. 42.
*3 Heinzerling 1882, S. 17; Wiener 1904, S. 63.
10 ) Beckmann 1805, Bd. V, S. 50. ll ) Keeß 1820, S. 21.
12 ) Roth 1882, S. 94.
ls ) Becher 1663, S. 6, 9; Schauplatz 1775, Bd. II, S. 122.
") Gall. 1824, S. 21.
-Ebert, Entwicklung der Weißgerberei.
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