Object: Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Obst- und Beerenfrüchte sowie deren Erzeugnisse. 
7. Farbstoffe. Die Fruchtsäfte werden sehr häufig mit Teerfarbstoffen auf- 
gefärbt. Über den Nachweis derselben vergl. unter „Wein“. Ein Zusatz von 
Kirschsaft wird nach dem Verfahren von Langkopf wie folgt nachgewiesen: 
In zwei kleine Erlenmeyer-Kölbchen bringt man je etwas Kupfersulfatlösung 
(1 : 10000) und etwas Alkohol. Darauf fängt man in einem der Kölbchen die ersten 
2—3 ccm eines Destillates auf, das man aus etwa 50 ccm des zu prüfenden, etwas 
verdünnten Sirups gewinnt. Sodann fügt man zu dem Inhalt eines jeden Kölbchens 
1—2 Tropfen einer frisch bereiteten alkoholischen Guajakharztinktur hinzu. Bei 
Gegenwart von Kirschsaft wird sich die Flüssigkeit in dem Kölbchen, in dem das 
Destillat aufgefangen war, schön blau färben. Die Flüssigkeit im zweiten Kölbchen 
dient als Vergleichsprobe. Man kann auf diese Weise, wie Juckenack und Paster- 
nack angeben, noch sehr gut einen Zusatz von 3 °/ 0 Kirschsaft nachweisen, 
III. Marmeladen, Jams oder Muse. 
Unter Marmeladen oder Jams oder Musen versteht man das mit Zucker 
(Eüben- oder Rohrzucker) eingekochte Mark frischer Früchte, d. h. der von Stielen, 
Schalen, Steinen, Kernen usw. befreiten Fruchtteile. 
„Gemischte Marmeladen“ bestehen aus einem Gemisch von Fruchtmark 
verschiedener frischer Früchte und Zucker. Diese Gemische mit gleichzeitigen anderen 
Zusätzen tragen häufig besondere Namen wie „Kaiser“, „Bismark“ usw. Unter 
„Mus“ oder „Obstmus“ versteht man durchweg das ohne Zuckerzusatz eingekochte 
Mark der Früchte, nach denen das Ohstraus benannt wird. Hierzu können auch 
die Kompottfrüchte, z. B. Preißelbeeren-Kompott, gerechnet werden. 
Eine häufige Verfälschung dieser Erzeugnisse besteht darin, daß das Mark 
mit den bei dem Pressen oder der Nachpresse der Früchte zur Herstellung von 
Fruchtsäften verbleibenden Rückständen vermischt oder nur diese Rückstände ver 
wendet werden. Der Rüben- oder Rohrzucker wird zum geringen Teil oder auch 
fast ganz durch Stärkesirup ersetzt. Durch Zusatz von Gelatine oder Agar-Agar 
sucht man weiter — aber seltener — die Konsistenz der Erzeugnisse zu erhöhen. 
Die chemische Zusammensetzung der Marmeladen ist von der Obstfrucht, mehr 
aber noch von dem wechselnden Zusatz von Zucker abhängig. So wurde u. a. gefunden: x ) 
(Siehe Tabelle S. 751.) 
Die Untersuchung der Marmeladen wird nach den Vorschlägen von A. Jucke 
nack und H. Prause 2 ) wie folgt vorgenommen: 
1. Wasser wie bei Ohstkraut S. 743, oder durch Abziehen des Gehaltes an 
unlöslichem Rückstand + löslichem Extrakt von 100. 
2. löslicher und unlöslicher Anteil. 25 g der gut durchgemischten Marmelade 
werden in einem reichlich großen Becherglase abgewogen, mit etwa 150 ccm Wasser 
übergossen und unter häufigem Umrühren etwa eine Stunde lang auf dem Wasser 
bade erwärmt. Diese Masse wird dann durch Watte, die vorher mitsamt einer 
flachen Nickelschale getrocknet und gewogen worden war, in einen 250 ccm fassenden 
Kolben filtriert und auf dem Trichter mit heißem Wasser bis zum Verschwinden 
der sauren Reaktion der ahlaufenden Flüssigkeit erschöpft. Im allgemeinen wird 
hierbei die Flüssigkeit nicht über 250 ccm vermehrt, sonst aber müssen die letzten 
Auszüge auf dem Wasserbade eingeengt, mit den ersten Anteilen vereinigt und nach 
dem Abkühlen auf 250 ccm aufgefüllt werden. Die auf der Watte zurückbleihenden 
unlöslichen Bestandteile werden nach dem Trocknen zur Wägung gebracht. 
1 ) Selbstverständlich können diese Zahlen nur als allgemeine Anhaltspunkte für die 
chemische Zusamensetzung dieser Erzeugnisse dienen. 
2 ) Zeitschr. f. Untersuchung d. Nahrungs- u. Genußmittel 1904, 8, 26.
	        
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