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Der auf die hier gekennzeichnete verschiedenartige
Weise entstehende Anteil des Nationalreichtums am Welt
reichtum kann selbstverständlich »bald grösser, bald kleiner
sein« 1 ) und muß offenbar, um uns merkantilistich auszu
drücken, in einer günstigen oder ungünstigen Handels
bilanz seinen Ausdruck finden.
Doch ist zu bemerken, dass Kankrin wohl den Aus
druck »Handelsbilanz« schon im »Weltreichtum« hie und
da gebraucht, aber eine weitere Erklärung dieses Zentral
begriffes des Merkantilismus nicht gibt. Überall da, wo
vom Anteil am Weltreichtum gesprochen wird, scheint der
Begriff der Handelsbilanz immer vorausgesetzt zu sein, als
bedürfte er keiner näheren Erörterung. Erst in der »Öko
nomie« wird die Handelsbilanz besonders behandelt. »Die
Handelsbilanz — heisst es da — ist dasjenige Verhältnis,
wenn aus der Vergleichung aller ausgeführten und einge
führten Werte, nach Ablauf des Jahres, für eine Nation ein
plus oder minus herauskommt, also eine günstige oder
ungünstige Handelsbilanz.« 2 )
»Eine günstige Handelsbilanz vermehrt das Kapital
der Nation«, sagt Kankrin 3 ), und deshalb sei sie besonders
jungen Nationen sehr notwendig. Eine ungünstige Bilanz
dagegen sei sehr zu meiden, da sie das Kapital des Landes
vermindere und mit edlen Metallen oder Geld ausgeglichen
werden müsse. Hier warnt aber Kankrin davor, bei der
Herausrechnung der Handelsbilanz in einen Irrtum zu ver
fallen, denn »edle Metalle, ja gemünztes Gold . — . — .
sind nicht selten Ware, weil die Nation sie über Bedarf
produziert« 4 ). Es sei deshalb »nicht immer leicht zu ent
scheiden, wie viel davon Ware oder Saldo für eine ungün
stige Bilanz« sei.
Immerhin müsse jeder Staat stets nach einer günstigen
Bilanz streben und sie durch verschiedene Maßregeln besser
») Weltr. 2- — 2 ) Ök. 246. — Ök. 248. — 4 ) Ök. 248-