Auslandsanleihen der Industrie.
75
durch Werner von Siemens gegründet, war führend in der Entwicklung
des Telegraphen- und Unterseekabelwesens, baute 1869
die Telegraphenverbindung von England nach Indien, erfand 1869
die Dynamomaschine, baute 1879 die erste elektrische Straßenbahn.
Ihre Tätigkeit erstreckt sich jetzt über das ganze Gebiet der
Elektrotechnik. Siemens & Halske besitzen über 50 % des Kapitals
der Siemens-Schuckertwerke (der Rest ist im Besitz der mit
Siemens & Halske eng verbundenen Elektrizitätsgesellschaft vorm.
Schuckert & Co), ferner 40 % des Kapitals der Osram G, m. b. H.
Die Siemens-Schuckertwerke wiederum besitzen 67 % des Kapitals
der Österreichischen Siemens-Schuckertwerke A.-G. Siemens
& Halske und Siemens-Schuckertwerke besitzen 26 Fabriken;
die bedeutendsten Anlagen sind in Siemensstadt bei Berlin und in
Nürnberg.
Als Sicherheit für die beiden Anleihen sind, ähnlich wie bei
der Krupp-Anleihe, Warenvorräte im Verkaufswerte von mindestens
166%, % der Anleihe verpfändet, und zwar durch Eigentumsübertragung
an die Deutsche Kreditsicherung A.-G., die bekanntlich
den seit 1920 von der niederländischen Regierung an die
deutsche Industrie gewährten 140-Mill-Gulden-Kredit verwaltet.
Zwecks Tilgung der ursprünglich dreijährigen, aber bereits zum
1. Januar 1927 vorzeitig gekündiXten Anleihe erfolgte eine halbjährliche
Einzahlung von 250 000 $ in einen Tilgungsfonds zum
Ankauf von Anleihestücken bis zu pari; soweit ein Ankauf nicht
möglich war, sollten die Beträge an die Gesellschaften zurückgezahlt
werden. Eine vorzeitige Kündigung des ganzen noch
ausstehenden Anleihebetrags durfte zu 101 % zu jedem Zinstermin
erfolgen, so daß der am 1. Januar 1927 mindestens noch
vorhanden gewesene Anleihebetrag mit 4292500 $ ausgezahlt
wurde. Von der zehnjährigen Anleihe werden dagegen halbjährlich
132000 $ zu 102 % ausgelost. Eine vorzeitige Kündigung
im ganzen kann zu jedem Zinstermin erfolgen, und zwar zum
1. Juli 1925 und 1. Januar 1926 zu 104 %, dann jährlich um % %,
abnehmend bis 1. Juli 1929, von da ab bis zur Fälligkeit zu 102 %.
Ende September 1926 wurde eine 6% % Anleihe des Konzerns
in Höhe von 24 Mill. $ in der Weise begeben, daß zunächst
Teilzertifikate (allotment certificates), die auf 50 % lauteten, zum
Kurse von 99% aufgelegt wurden. Gegen Einzahlung der
zweiten Hälfte zum 1. September 1927 oder jedem späteren Zinstermin
(zum gleichen Kurse) erhalten die Inhaber der Zertifikate
die endgültigen Obligationen. Der Umtausch muß spätestens bis
1. September 1929 erfolgen, doch kann die Gesellschaft bereits
vorher mit 60tägiger Voranzeige zur Einzahlung auffordern, sei
es im ganzen oder in zwei Raten, deren Höhe aber mindestens
25 % betragen muß. Unterläßt der Zertifikatsinhaber die Einzahlune.
so erlöschen die Zertifikate ohne Rückzahlungsvernpflich-