Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

Taucherglocken.  Taucherschachte.  Taucherboote.  579
solchen  Schacht  in  Vorschlag  gebracht,  doch  wurde  erst  60  Jahre  später  eine  solche
Vorrichtung  bei  der  Sprengung  von  Felsen  neben  der  Loire-Mündung  angewandt.  Die
Taucherschachte  haben  vor  den  Glocken  den  Vorzug,  daß  sie  stets  von  oben  zugänglich
sind  und  daß  sie,  weil  geräumiger,  eine  größere  Leistungsfähigkeit  besitzen.  In  den  Abbildungen ­
  S.  436  u.  437  ist  ein  Taucherschacht  dargestellt.  Die  Taucherschachte  sind  meist
in  Schiffen  eingebaut  und  immerhin  nur  für  mäßige  Wassertiefen  verwendbar.  Um
größere  Tiefen  erreichen  zu  können,  hat  Hersent  1879  für  den  Brester  Hafen  einen
Schacht  konstruiert,  mit  welchem  eine  Tiefe  von  12  in  erreicht  werden  kann.  Der  obere
Teil  dieses  Schachtes  ist  in  Abb.  565  wiedergegeben.
Da  die  Taucherarbeit  im  Anzuge  bei  Tiefen  von  über  30  in,  wie  schon  oben  angeführt ­
  wurde,  sehr  anstrengend  oder  überhaupt  nicht  ausführbar  ist,  so  waren  die  Erfinder ­
  bemüht,  Vorkehrungen  zu  ersinnen,  welche  diesem  Übelstande  abhelfen.  Diese  Vorrichtungen ­
  bezeichnet  man  mit  dem  Ausdruck  Tieftauchapparate.  Derartige  Tieftauchapparate ­

  stehen  durch  ein  Rohr  mit  der  freien  Luft  in  Verbindung.  Die  Abb.  566
bis  569  zeigen  den  von  Haedicke  entworfenen  Apparat.  Derselbe  besteht  aus  dem  stets
über  Wasser  befindlichen  Kopfe  (Abb.  566)  und  dem  Arbeitskasten,  welcher  auf  Rädern
auf  dem  Meeresgrund  ruht;  beide  sind  (Abb.  568)  durch  das  entsprechend  kräftige  Steigerohr
verbunden.  Die  aufrechte  Lage  wird  durch  einen  Schwimmkasteu  gesichert,  welcher  das
Steigerohr  unter  dem  Kopfe  (Abb.  567)  umgibt  und  bei  Strömungen  verankert  werden
muß.  Im  Kopfe  (Abb.  569)  befindet  sich  die  Maschine  (a)  zur  Lüftung  und  zum  Auspumpen ­
  des  Wassers  (ä),  die  Drehung  der  Fußräder  geschieht  durch  Einlassen  von  Wasser
in  die  Triebcylinder.  Die  Bewegung  ist  jedoch  nur  innerhalb  geringer  Grenzen
ausführbar.  An  verschiedenen  Stellen  des  Apparates  sind  starke  Gläser  angebracht,
je  zwei  übereinander,  von  denen  das  eine  für  die  Lampe,  das  andere  zum  Sehen
dient.  Alle  Arbeiten,  die  vom  Schachte  aus  ausgeführt  werden  sollen,  können  nur
künstlich  durch  Stopfbüchsen  (Abb.  569)  erfolgen,  eine  Arbeitsweise,  die  ebenso  schwierig
wie  unsicher  ist.
An  dieser  Stelle  ist  sodann  der  Taucherboote  Erwähnung  zu  thun.  Diese
Taucherboote  gestatten  auf  Stunden  hinaus  eine  selbständige  freie  Bewegung  eines
Menschen  unter  Wasser.  Abb.  570  zeigt  das  Haedickesche  Taucherboot,  das  durch  Treten
73*
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.