Full text : Bremens Warenhandel und seine Stellung in der Weltwirtschaft

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in  geregelten  Bahnen  läuft,  dürfte  eine  Bevorzugung  natürlich
nicht  mehr  stattfinden.
Zur  Organisation  der  neuen  Gesellschaften  könnte  das  Amt
eines  Handelskommissars  geschaffen  werden,  der  zweckmäßig
in  der  Handelskammer  Sitz  und  Stimme  haben  müßte.  Seine
Stellung  wäre  möglichst  unabhängig  zu  gestalten.  Gerade  bei  Errichtung ­
  solcher  Geschäfte  kommt  es  auf  Tatkraft  und  Selbständigkeit ­
  an.  Denn  sonst  riecht  die  liebe  Konkurrenz  Lunte  und  durchkreuzt ­
  die  Pläne.  Wenn  auch  die  »Erde  Raum  für  alle«  hat  und
jeder  neben  dem  andern  arbeiten  kann,  wäre  es  doch  ärgerlich,
die  Frucht  eigener  Anstrengung  von  anderen  geerntet  zu  sehen.
—  Das  Handelskommissariat  dürfte  kein  Ehrenamt,  kein  Nebenamt
sein.  Es  erfordert  ganze  Arbeitskraft  und  müßte  entsprechend  bewertet ­
  werden.
Der  Ausbau  der  Organisation  ergibt  sich  im  Laufe  der
Zeit  von  selbst.  Das  ist  dann  Sache  des  Handelskommissariats.
Warum  sollte  es  z.  B.  nicht  möglich  sein,  die  Bremer  Baumwollbörse ­
  später  zu  einer  Börse  für  Spinnstoffe  zu  erweitern,  wenn  es
gelingt,  den  Woll-  und  Juteimport  mehr  als  bisher  nach  Bremen
zu  ziehen!?  Im  Anschluß  an  die  Baumwollklassifikation  könnten
Einrichtungen  und  Bestimmungen  auch  für  diese  beiden  Rohstoffe
getroffen  werden.  Hätte  man  die  Sache  früher  energisch  in  die
Hand  genommen,  so  hätte  es  Bremen  auch  im  Wollhandel  vielleicht ­
  schon  jetzt  zu  der  Bedeutung  bringen  können,  die  es  sich
im  Baum  Wollhandel  errang;  jedenfalls  hätte  es  einen  größeren
Markt  als  es  jetzt  hat.  Darauf  hinzielende  Pläne  scheinen  tatsächlich ­
  schon  früh  erwogen  zu  sein.  Schreibt  doch  die  Handelskammer ­
  schon  in  ihrem  Berichte  für  die  Jahre  1870/1873  (S.  29),
daß  man  sich  mit  dem  Gedanken,  in  Bremen  Conditionierungsanstalten
  für  Wolle  zu  errichten,  getragen  habe  —  Gedanken,  denen
die  Kammer  damals  ihre  Zweckmäßigkeit  absprechen  zu  müssen
glaubte!
Man  wird  mir  vielleicht  entgegenhalten,  die  Handelskammer
als  solche  könne  und  müsse  die  Funktionen  des  von  mir  vorgeschlagenen ­
  Handelskommissariats  ausüben.  Als  Vertreterin  und
zusammenfassende  Funktionärin  der  Großkaufmannschaft  habe  sie
sich  doch  gerade  mit  solchen  Dingen  zu  befassen.  Demgegenüber
ist  zu  erwidern,  daß  die  Kammer  in  ihrer  jetzigen  Gestalt  nach
Lage  der  Sache  an  der  Lösung  und  dauernden  Bearbeitung  so
schwerwiegender  Fragen  nur  von  allgemeinen  Gesichtspunkten
aus  arbeiten  kann.  Die  spezielle  Beackerung  des  Feldes  muß
            
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