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jugendlichen Arbeiter einen gewissen Teil seines Ver
dienstes den in manchen Fällen zu weit gehenden An
sprüchen seiner Familie gegenüber zu sichern, wurde
unsere Spareinrichtung ins Leben gerufen.
Während der junge Mann, der Beamter, Arzt, Kauf
mann oder was sonst werden will, für die Vorbereitung
auf seinen Beruf meist größere Mittel aufzuwenden hat
und erst in späteren Jahren in die Möglichkeit des
Sparens kommt, kann der jugendliche Arbeiter schon
frühzeitig ans Sparen denken. Bei der Entwicklung der
modernen Arbeitsweise nähert sich der Verdienst des
jugendlichen Arbeiters rasch dem des älteren und ver
heirateten Arbeiters, er ist mithin in der Lage, unter allen
Umständen von seinem Lohne etwas zurückzulegen.
Auf dieser Grundlage ergänzte die Bergische Stahl
industrie im Jahre 1887 ihre Fabrikordnung, indem
sie einen Sparzwang für jugendliche Arbeiter bis zum
25. Lebensjahre — bezw. bis zur Verheiratung — ein
führte. Es wurde dabei bestimmt, daß etwa 5°/ 0 vom Ver
dienst — in runden Zahlen je nach dem Lebensalter be
rechnet — eingehalten werden sollten. Die übrigen Ar
beiter konnten die Einrichtung freiwillig benutzen. Ich
will die Einzelbestimmungen nicht anführen, es sei nur
erwähnt, daß die eingehaltenen Beträge vierteljährlich der
städtischen Sparkasse zur Eintragung in die Bücher der
einzelnen Sparer überwiesen werden. Die Sparkasse ver
zinst die Guthaben der Sparer mit 4%, die Bergische
Stahlindustrie gibt eine Zuschußprämie von 2%.
Über die Entwicklung der Kasse kann ich nun folgende
Mitteilungen machen. Wie bereits erwähnt, trat sie am
1. Oktober 1887 ins Leben; beim ersten Abschluß am
1. Juli 1889, also nach 1®/* Jahren, waren 200 Sparer
vorhanden, die 15 500,24 oll
eingelegt und 3 843,28 „
zurückgezogen hatten, so daß 11656,96 Ji
im Bestände verblieben. Die Anzahl der Sparer hat sich
bis heute verzehnfacht, sie beträgt ungefähr 2000 bei einer
fünffach größeren Arbeiterschaft. In dem Zeiträume vom
1. Oktober 1887 bis 31. Dezember 1912 sind im ganzen
an Sparbeträgen-Zinsen Prämien gutgeschrieben worden
1 155 286,05 M. Beim Austritt aus der Beschäftigung
wurden zurückgezogen 206 379,97 <M.