Object : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Wein.

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des  Gerbstoffgehaltes  ergeben.  Die  Eisenniedersohläge  wurden  durch  Aufschütteln  gleichmäßig ­
  in  der  Flüssigkeit  verteilt  und  es  zeigten  sich:
bei  0,05  °/ 0  Gerbstoffgehalt  die  oberen  18  mm  dicken  Plüssigkeitsschichten  völlig  undurchsichtig, ­
  die  unteren  8  mm  dicken  Flüssigkeitsschichten  nur  äußerst  schwach
durchscheinend;
„  0,02  „  Gerbstoff  obere  Schichten  durchscheinend,  untere  durchsichtig;
„  0,01  „  obere  und  untere  Schichten  deutlich  durchsichtig;  die  Flüssigkeit  dunkelblaugrau;
„  0,005  „  die  Flüssigkeit  lichtblaugrau;
„  0,002  „  „  „  noch  deutlich  grünlichgelb;
„  0,001  „  „  „  sehr  schwach  grünlichgelb.
Weine  mit  mehr  als  0,05  °/ 0  Gerbstoff,  bei  denen  sich  die  Gerbstoffniederschläge  nach
24  Stunden  nicht  völlig  absetzen,  sind  mit  gemessenen  Mengen  Wasser  so  weit  zu  verdünnen, ­
  bis  ihr  Gerbstoffgehalt  innerhalb  der  aufgeftihrten  Zahlenwerte  liegt.
Bei  Rotweinen  mit  hohem  Gerbstoffgehalt  führt  man  die  Fällung  des  Gerbstoffes  als
Eisenoxydsalz  am  besten  zunächst  in  graduierten  Zylindern  zu  25  ccm  aus,  erleichtert  das
Absetzen  des  Niederschlages  alsbald  durch  Verdünnen  von  11  auf  22  ccm,  und  erst,  wenn
er  sich  auch  dann  nicht  absetzen  mag,  nimmt  man  mit  dem  entsprechend  verdünnten
Wein  eine  kolorimetrische  oder  opakimetrische  Yergleichsprüfung  in  dem  oben  beschriebenen
Gläschen  vor.
Genauere  Ergebnisse  erhält  man  nach  dem  Oxydationsverfahren  von  Neubauer-Loewenthal
 1 ),  bei  welchem  die  Gerb-  und  Farbstoffe  des  Weines  in  der  Kälte  durch
Kaliumpermanganat  in  schwefelsaurer  Lösung  oxydiert  werden.
Bezüglich  der  Ausführung  dieser  sowie  anderer  Verfahren  zur  Qerbstoffbestimmung
im  Wein  muß  auf  die  Quellen  oder  auf  die  ausführlicheren  Werke,  wie  des  Verfassers
Chemie  der  menschlichen  Nahrungs-  und  Genußmittel,  Berlin  bei  Julius  Springer,  oder
K.  Windisch  (1,  c.  S.  165ff.)  verwiesen  werden  (vergl.  auch  S.  715).
2.  Nach  M.  Barth 1  2 )  enthalten  Tresterweine  verhältnismäßig  mehr  Gerbsäure
als  Traubenweine,  welche  den  Extraktgehalt  einseitig  und  unzulässig  erhöht.  Die  Tresterextraktbestandteile ­
  entsprechen  mindestens  dem  5-fachen  Betrage  der  aus  den  Trestern  in
Lösung  gehenden  Qerbstoffmenge,  Barth  forderte  daher  (1899),  daß  bei  solchen  Weinen,
die  im  Wege  einer  normalen  Kellerbehandlung  einen  Teil  ihres  Extraktes  der  Auslaugung
von  Trester  verdanken,  nach  Abzug  der  5-fachen  Menge  des  Gerbstoffgehaltes  vom  Gesamtextrakt ­
  noch  ein  Rest  verbleiben  muß,  welcher  der  Forderung  der  Bekanntmachung
des  Bundesrates  vom  29.  April  1892  entspricht,  also  1,5  g  Extraktrest  zeigt;  verbleibt
nach  Abzug  der  5-fachen  Menge  des  Gerbstoffgehaltes  vom  Gesamtextrakt  weniger  als
1,5  g  Extraktrest,  so  liegen  Tresterweine  bezw.  Gemische  von  diesen  mit  Traubenweinen
vor.  Dieser  Vorschlag  M.  Barths  scheint,  abgesehen  davon,  daß  die  Grenze  für  den
Extrakt  jetzt  1,6  g  in  100  ccm  beträgt,  bis  jetzt  keine  allgemeine  Berücksichtigung  gefunden
zu  haben.
21.  Bestimmung  des  Chlors.  „Man  läßt  50  ccm  Wein  aus  einer  Pipette  in  ein
Becherglas  fließen,  macht  ihn  mit  einer  Lösung  von  Natriumkarbonat  alkalisch  und  erwärmt ­
  das  Gemisch  mit  aufgedecktem  Uhrglase  bis  zum  Aufhören  der  Kohlensäureentwickelung. ­
  Den  Inhalt  des  Becherglases  bringt  man  in  eine  Platinschale,  dampft  ihn
ein,  verkohlt  den  Rückstand  und  verascht  genau  in  der  bei  der  Bestimmung  der  Mineralbestandteile ­
  (No.  4)  angegebenen  Weise.  Die  Asche  wird  mit  einem  Tropfen  Salpetersäure
befeuchtet,  mit  warmem  Wasser  ausgezogen,  die  Lösung  in  ein  Beoherglas  filtriert  und
unter  Umrnhren  so  lange  mit  Silbernitratlösung  (1  Teil  Silbernitrat  in  20  Teilen  Wasser
gelöst)  versetzt,  als  noch  ein  Niederschlag  entsteht.  Man  erhitzt  das  Gemisch  kurze  Zeit
im  Wasserbade,  läßt  es  an  einem  dunklen  Orte  erkalten,  sammelt  den  Niederschlag  auf
einem  Filter  von  bekanntem  Aschengehalte,  wäscht  denselben  mit  heißem  Wasser  bis  zum
Verschwinden  der  sauren  Reaktion  aus  und  trocknet  den  Niederschlag  auf  dem  Filter  bei
100°.  Das  Filter  wird  in  einem  gewogenen  Porzellantiegel  mit  Deckel  verbrannt.  Nach
1 )  Annal.  Oenol.  1873,  2,  1.
2 )  Zeitsohr.  f.  Untersuchung  d.  Nahrungs-  und  Genußmittel  1899,  2,  106.
            
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