Full text: Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Wein. 
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veilchenblauen Zone an der Berührungsfläche beider Flüssigkeiten soll die Anwesenheit 
des Dulcins beweisen. 
Zum Nachweise von Saccharin kann auch die Überführung desselben in Salizylsäure 
und der Nachweis der letzteren dienen. Der in der oben angegebenen Weise erhaltene 
Rückstand des Äther-Petrolätherauszuges wird mit wenig Natronlauge auf dem Wasserhade 
zur Trockne verdampft und mit 3 / a —1 g Ätznatron 1 / 2 Stunde im Silbertiegel (am besten 
im Olbade) bei 250° geschmolzen. Die mit Wasser aufgenommene und mit Schwefelsäure 
angesäuerte Schmelze zieht man mit Äther aus, verdampft diesen und prüft den Rückstand 
mit Bisenchloridlösung auf Salizylsäure. 
Selbstverständlich muß man sich vorher durch Prüfen des Rückstandes des Äther- 
Petrolätherauszuges mit Eisenchloridlösung von der Abwesenheit von Salizylsäure in dem 
Weine überzeugt haben. Ist in dem Weine Salizylsäure vorhanden, so schmilzt man den 
Rückstand des Äther-Petrolätherauszuges mit Soda und Salpeter und prüft die Schmelze 
auf Schwefelsäure, die sich bei Anwesenheit von Saccharin aus der Sulfogruppe des 
Saccharins bildet. 
Über weitere Verfahren zum qualitativen Nachweis von Saccharin siehe K. Windisch 
1. c. S. 141. 
18. Nachweis der Salizylsäure. „50 ccm Wein werden in einem zylindrischen 
Soheidetriohter mit 50 ccm eines Gemisches aus gleichen Raumteilen Äther und Petroleum 
äther versetzt und mit der Vorsicht häufig umgeschüttelt, daß keine Emulsion entsteht, 
aber doch eine genügende Mischung der Flüssigkeiten stattfindet. Hierauf hebt man die 
Äther-Petroleumätherschioht ab, filtriert sie durch ein trockenes Filter, verdunstet das 
Äthergemisch auf dem Wasserbade und versetzt den Rückstand mit einigen Tropfen 
Eisenchloridlösung. Eine rotviolette Färbung zeigt die Gegenwart von Salizylsäure an. 
Entsteht dagegen eine schwarze oder dunkelbraune Färbung, so versetzt man die 
Mischung mit einem Tropfen Salzsäure, nimmt sie mit Wasser auf, schüttelt die Lösung 
mit Äther-Petroleumäther aus und verfährt mit dem Auszug nach der oben gegebenen 
Vorschrift.“ 
19. Nachweis von arabischem Gummi und Dextrin. „Man versetzt 4 ccm Wein 
mit 10 ccm Alkohol von 96 Maßprozent. Entsteht hierbei nur eine geringe Trübung, 
welche sich in Flocken absetzt, so ist weder Gummi noch Dextrin anwesend. Entsteht 
dagegen ein klumpiger, zäher Niederschlag, der zum Teil zu Boden fällt, zum Teil an 
den Wandungen des Gefäßes hängen bleibt, so muß der Wein nach dem folgenden Ver 
fahren geprüft werden.“ 
„100 ccm Wein werden auf etwa 5 ccm eingedampft und unter Umrühren so lange 
mit Alkohol von 90 Maßprozent versetzt, als noch ein Niederschlag entsteht. Nach 
2 Stunden filtriert man den Niederschlag ab, löst ihn in 30 ccm Wasser und führt die 
Lösung in ein Kölbchen von etwa 100 ccm Inhalt über. Man fügt 1 ccm Salzsäure von 
1,12 spezifischem Gewicht hinzu, verschließt das Kölbchen mit einem Stopfen, durch 
welchen ein 1 m langes, beiderseits offenes Rohr führt, und erhitzt das Gemisch 3 Stunden 
im kochenden Wasserbade. Nach dem Erkalten wird die Flüssigkeit mit Sodalösung 
alkalisch gemacht, auf ein bestimmtes Maß verdünnt und der entstandene Zucker mit 
Fehlingscher Lösung nach dem unter No. 10 beschriebenen Verfahren bestimmt. Der 
Zucker ist aus zugesetztem Dextrin oder arabischem Gummi gebildet worden; Weine 
ohne diese Zusätze geben, in der beschriebenen Weise behandelt, höchstens Spuren einer 
Zuckerreaktion.“ 
Anmerkung des Verfassers: 
Um zu entscheiden, ob einem Weine Dextrin oder Gummi zugesetzt ist, benutzt 
man die wässerige Lösung des durch den Alkoholzusatz entstandenen Niederschlages, die 
bei Gegenwart von Dextrin rechtsdrehend, dagegen bei Anwesenheit von arabischem Gummi 
linksdrehend ist. Die Lösung der aus dem Gummi durch Erhitzen mit Salzsäure ent 
stehenden Galaktose dreht stärker rechts, als die aus dem Dextrin gebildete Glukose. Ein 
■weiteres Unterscheidungsmittel von Gummi und Dextrin bildet das Verhalten gegen Blei 
ossig, durch welchen Gummi aus seinen Lösungen gefällt wird, Dextrin aber nicht.
	        
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